| Schirn gibt Überblick über Experimentalfilm |
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| Mittwoch, 02. Juni 2010 um 06:37 Uhr | ||
Frankfurt/Main (dpa) - Einer besonderen Form des künstlerischen Experimentalfilms widmet die Frankfurter Kunsthalle Schirn eine Ausstellung. Unter dem Titel «Zelluloid. Film ohne Kamera» geht es in der Schau um das Bild, das durch die physische Bearbeitung des Filmstreifens entsteht. Von diesem Mittwoch an bis zum 29. August werden Werke von 21 internationalen Künstlern und Filmemachern gezeigt, die einen repräsentativen Einblick in diese Art des Experimentalfilms von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart geben.
Das Filmmaterial wird dabei von den Künstlern mit Hilfe vielfältiger Verfahren gleichsam als Leinwand interpretiert: Durch Malerei, Zeichnung, Collage auf Zelluloid, Ritzen und Kratzen in der Bildemulsion, chemische Verfremdung oder die direkte Belichtung des fotoempfindlichen Bildträgers. Vertreten sind in der Ausstellung unter anderem Stan Brakhage, Tony Conrad, Cécile Fontaine, Len Lye, Norman McLaren, Dieter Roth, Harry Smith, José Antonio Sistiaga und Jennifer West.
Das Auftragen von Farbe auf Zelluloid zur Kolorierung von Schwarz- Weiß-Filmen war als handwerkliche Praxis bereits seit den ersten Tagen der Kinematografie gängig, wie die Schirn am Dienstag berichtete. Doch erst mit Beginn der filmischen Avantgarde erlangten Versuche mit Farbe und Klarfilm auch als kreatives Prinzip der Filmherstellung Bedeutung. Die frühesten handgemalten Filme schufen die italienischen Futuristen Arnaldo und Bruno Ginanni-Corradini zwischen 1910 und 1912.
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