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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Berliner Museumsinsel feiert 10 Jahre Weltkulturerbe Von Nada Weigelt, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 04. Juni 2010 um 06:46 Uhr

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Berlin (dpa) - Hoher Anspruch: Als die Berliner Museumsinsel vor zehn Jahren zum Weltkulturerbe erklärt wurde, stellte der damalige UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura sie in eine Reihe mit den ägyptischen Pyramiden, der Athener Akropolis und der Chinesischen Mauer. Das weltweit einzigartige Ensemble von Museumsbauten ist den hehren Erwartungen längst gerecht geworden.

 

Mit jährlich rund drei Millionen Besuchern im Jahr ist die «Tempelstadt» in der Spree als größte Kulturattraktion Deutschlands. Vor allem die Nofretete und der sagenumwobene Pergamonaltar sind ein Muss für jede Berlin-Reise - und natürlich für viele Berliner. Am Sonntag, dem deutschen Welterbetag, feiert die Museumsinsel ihr zehnjähriges Jubiläum mit der Eröffnung des sanierten Kolonnadenhofs.

 

«Die Aufnahme der Museumsinsel in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten war und ist eine großartige Bestätigung für den kulturhistorischen Rang dieses einmaligen Ensembles», sagte Kulturstaatsminister und Stiftungsratschef Bernd Neumann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. «Die Auszeichnung ist aber auch fortwährende Verpflichtung, dieses außergewöhnliche bauliche Erbe im Herzen der Hauptstadt zu bewahren und zeitgemäß zu entwickeln.»

 

Denn die Aufnahme in die exklusive UNESCO-Liste war mit der deutschen Zusage verbunden, die fünf noch stark vom Krieg zerstörten Häuser zu sanieren und zu einer kulturellen Einheit zusammenzufassen. Ein sogenannter Masterplan sah dafür zehn Jahre und Baukosten von einer Milliarde Euro vor. Der Zeitplan ist inzwischen bis aufs Jahr 2025 gestreckt, die Kosten sind gestiegen. Dennoch haben die bisherigen Erfolge auch viele Kritiker überzeugt.

 

Erst im vergangenen Jahr konnte das Neue Museum nach einem nicht unumstrittenen Entwurf des britischen Star-Architekten David Chipperfield wiedereröffnet werden. Der einstige Meisterbau des Schinkel-Schülers Friedrich-August Stüler beherbergt seither das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie die Ägyptische Sammlung. Auch die 3500 Jahre alte Büste von Königin Nofretete fand nach langen Wanderjahren im Nordkuppelsaal eine - wie die deutsche Seite hofft - dauerhafte Heimat in Berlin.

 

2001 hatte nach einer millionenschweren Sanierung bereits die Alte Nationalgalerie ihre Pforten neu geöffnet, 2005 folgte das Bodemuseum. «Alle drei bisher wiedereröffneten Häuser haben einen sensationellen Erfolg beim Publikum», sagt Hermann Parzinger, als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz oberster Herr der Sammlungen. «Wir werden diesen Weg entschieden und mit aller Kraft fortsetzen.»

 

Die ursprüngliche Gestaltung des etwa ein Quadratkilometer großen Areals zwischen zwei Spreearmen geht auf einen Entwurf des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel von 1822 zurück. König Friedrich Wilhelm III. wollte mit einer «gut gewählten Kunstsammlung» der Forderung des Bildungsbürgertums nach öffentlich zugänglichen Kulturschätzen nachkommen.

 

Im Krieg wurde die einmalige Anlage zu gut Zweidritteln zerstört. Bereits in DDR-Zeiten gab es Bemühungen, die im einstigen Ostteil der Stadt gelegenen Bauten zu sanieren. Doch erst die deutsche Einheit bot die Chance, die auf Ost und West verteilten Kunstsammlungen wieder zusammenzuführen.

 

«Die Museumsinsel ist der einzige museale Ort weltweit, bei dem sowohl die äußere Form wie auch der Inhalt als Weltkulturerbe gelten», sagt der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, in einem dpa-Gespräch. Ein besonderes Juwel ist für ihn der Kolonnadenhof zwischen Alter Nationalgalerie und Neuem Museum, der am Sonntag eröffnet wird: «Ein öffentlicher Raum von bezaubernder Schönheit.»

 

Dennoch hat es in den vergangenen zehn Jahren natürlich auch die andere Seite gegeben: Streit um Architektenentwürfe, Bürgerprotest und Geldnot. 2002 etwa stieg Berlin wegen seiner dramatischen Kassenlage einseitig aus der Finanzierung aus, der Bund musste die Verantwortung allein schultern.

 

Dass die aktuelle Sparpolitik nicht auch die lange Liste der noch ausstehenden Vorhaben auf der Museumsinsel trifft, können die Verantwortlichen nur hoffen. «Ich glaube, dass alle Beteiligten wissen: Wenn man da Abstriche macht, würde es nicht nur den Museen schaden und Berlin, sondern dem Ruf Deutschlands als Kulturnation in aller Welt», sagt Eissenhauer beschwörend.

 

 

http://www.museumsinsel-berlin.de/

 



Tags: museumsinsel  berlin  f  
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