| A. R. Penck stellt in Rostock aus |
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| Freitag, 04. Juni 2010 um 06:46 Uhr | ||
Rostock (dpa/mv) - Von diesem Sonntag an sind in der Rostocker Kunsthalle Werke von A. R. Penck zu sehen, einem der großen und schillernden Künstlerpersönlichkeiten dieser Zeit. Die Arbeiten zeigen das breite Spektrum seines Werkes von 1956 bis 2007, wie die Kunsthalle am Donnerstag mitteilte. Eigentlich heißt der Künstler Ralf Winkler und wurde 1939 in Dresden geboren, 1980 verließ er die DDR. Heute lebt er in Irland. In der Kunsthalle sind viele großformatige Werke zu sehen, bei denen A.R. Penck sich Strichmännchen und grafischer Bildzeichen bedient, die an Höhlenmalereien, Graffiti und asiatische Kalligrafie erinnern.
«Penck erschließt sich nicht auf den ersten Blick, es gibt viele magische Momente, Zeichen voller Symbolkraft und Poesie», sagte der Kurator der Ausstellung, Ulrich Ptak. Neben Plattencovern von Penck, der auch als Musiker Furore machte, sind auch Erinnerungsstücke zu sehen. Darunter sind Fotos, die zeigen, wie er 1972 Werke in einem Waldstück verpackt, um sie später im Westen ausstellen zu können. Die Penck-Schau steht im Zusammenhang mit einer weiteren Ausstellung der Kunsthalle, die nach Umbauarbeiten neu eröffnet wird. Im Erdgeschoss wird die Sammlung des Hauses unter dem Motto von A. R. Penck präsentiert: «Der Osten hat mich ausgespuckt, der Westen noch nicht gefressen.« Werke von Willi Sitte und Werner Tübke, aber auch viele Arbeiten regionaler Künstler werden in Beziehung zu philosophischen Fragen Pencks gesetzt: «Wie kann man Deutschland malen?»
«Es ist nicht das klassische "Best of" einer Sammlung. Ich wollte existenzielle Fragen aufgreifen und habe thematische Schwerpunkte gesetzt», erklärte Detlef Weitz. Der Berliner Szenograph, der die Sammlung auf seine Art in ein neues Licht rückt, verzichtet auf Bildtitel, damit allein die «Bilder-Wände Geschichten erzählen und Raum für Gedanken lassen». Bewusst habe er provozieren wollen. Im 144 Quadratmeter großen Innenhof, der nach dem Umbau ein Glasdach trägt, werden die wertvollen Skulpturen der Rostocker Sammlung in Szene gesetzt.
«Ich bin glücklich über diese neue Ausstellungsmöglichkeit und das besondere Flair», sagte Jörg-Uwe Neumann vom Verein der Kunsthalle. Die Kunsthalle verfügt nun über 1650 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Ende August bekommt das Haus noch eine neue Fensterfront, die sich dann öffnen lässt. Bislang wurden rund 800 000 Euro in das Gebäude investiert, das der einzige Museumsneubau der DDR war.
http://www.kunsthallerostock.de
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