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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Landesmuseum erweitert Schau um 300 Jahre Pommerngeschichte Von Martina Rathke, dpa PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 09. Juni 2010 um 06:57 Uhr

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Greifswald (dpa/mv) - Die Geschichte Pommerns hat ein neues Schaufenster: Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald hat seine Dauerausstellung um 300 Jahre Schweden- und Preußenzeit erweitert. Der langerwartete zweite Ausstellungsteil widmet sich den Ereignissen zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und der Entwicklung des Bädertourismus um 1900. Rund 1200 Exponate wie Originalgemälde schwedischer Herrscher, Gebrauchsgegenstände aus dem 18. Jahrhundert oder Briefe pommerscher Auswanderer werden auf 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert. Ergänzt werden die Originale um Medieninstallationen und Modelle, die die Zeit bis zum anbrechenden 20. Jahrhundert lebendig werden lassen, wie Museumsdirektor Uwe Schröder am Dienstag sagte.

 

Der Ausstellungsteil zur Schwedenzeit schlägt einen Bogen von der Landung des schwedischen Königs Gustav II. Adolf auf Usedom, der von dort aus im Jahr 1630 in die Geschicke des Dreißigjährigen Krieges eingriff und knapp drei Jahre später als Leiche über Pommern das Land wieder Richtung Schweden verließ. Weiterer Schwerpunkt ist die Darstellung der Arbeit schwedischer Landvermesser, die Ende des 17. Jahrhunderts die neuen schwedische Provinz als ersten Landstrich in Deutschland systematisch vermaßen und dokumentierten. Sie zeichneten rund 1750 Karten mit zusammen 60 000 Seiten. «Noch heute ein wahrer Schatz für die Geschichts- und Wirtschaftsforschung», sagte Ausstellungsleiter Stefan Fassbinder.

 

Mit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 kam Pommern zu Preußen. Hier entstand die erste landwirtschaftliche Akademie Preußens. Pommern mit seinen großen Gütern wurde zur Kornkammer Deutschlands. Die Ausstellung dokumentiert, wie Stettin zur Industriemetropole und Preußens führendem Werftenstandort heranwuchs. Die Armut beherrschte trotzdem weite Teile der Region. Zwischen 1840 und 1910 wanderten rund 340 000 Pommern nach Übersee aus. Auf Berührungsbildschirmen können Besucher die Auswanderungsbewegung nachvollziehen. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Usedom zur «Badewanne Berlins». Museumsmitarbeiter haben für eine Vitrine Souvenirporzellane zusammengetragen, das um die Jahrhundertwende in Binz, Ahlbeck oder Zinnowitz verkauft wurden.

 

Zur Eröffnung am Mittwoch werden Gäste aus Polen, Brasilien und Schweden, darunter die schwedische Botschafterin Ruth Jacoby erwartet. Leihgaben stammen von 22 nationalen und sieben ausländischen Leihgebern, darunter aus Archiven und Museen in Schweden, den USA, Brasilien und Polen. Das Landesmuseum dokumentiert seit 2005 rund 14 000 Jahre pommersche Geschichte von der Urzeit bis zur Reformation. Der zweite Teil schließt sich nun nahtlos an den ersten Abschnitt an.

 

Anders als in anderen landesgeschichtlichen Museen konnten die Historiker, die die Ausstellung erarbeiteten, auf keine kontinuierliche Forschungstradition zurückgreifen. Das hat die Arbeit mühselig gemacht. Auch verfügte das Museum als Nachwendeneugründung über keinen großen eigenen Sammlungsbestand. Wann der dritte und politisch spannendste Teil eröffnet wird, ist ungewiss, wie Museumschef Uwe Schröder sagte. Dieser Ausstellungsabschnitt wird sich dem Zweiten Weltkrieg und den Themen Vertreibung, Flucht und Teilung Pommerns widmen. Derzeit arbeitet das Museum an einem Zeitzeugenprojekt, um Kriegserlebnisse zu dokumentieren.

 



Tags: pommern  schweden  schr  
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