| Prozess um gefälschte Bilder - Angeklagte schweigen Von Cornelia Herold, dpa |
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| Donnerstag, 10. Juni 2010 um 06:52 Uhr | ||
Rund eine halbe Million US-Dollar blätterte ein Kunstliebhaber für ein Gemälde des Malers Felix Nussbaum hin. Doch die Freude währte nur kurz. Das Gemälde war nicht echt. Die Kunstfälscher stehen nun in Berlin vor Gericht.
Berlin (dpa/bb) - Zum Auftakt des Prozesses um Kunstfälschungen haben sich die sechs Angeklagten vor dem Berliner Landgericht in Schweigen gehüllt. Die mutmaßlichen Betrüger sollen für die nachgemachten Werke mehr als eine halbe Million Euro kassiert haben.
Der «Maler», ein 52-Jähriger, hatte laut Anklage neben dem Bild «Selbstbildnis mit Maske, Handschuh und Fußball» noch zwei weitere Exponate des 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten Malers Nussbaum hergestellt. Auch zwei Gemälde des 1997 in Wien gestorbenen Installationskünstlers Martin Kippenberger hatte der Mann nachempfunden. Die vermeintlichen Kippenberger-Werke wurden in internationalen Auktionshäusern angeboten, aber nicht verkauft.
Auch ein Ehepaar und drei weitere Männer sollen in unterschiedlichen Rollen in den internationalen Kunstschwindel verstrickt gewesen sein. Gegen einen der mutmaßlichen Auftraggeber kann wegen Krankheit derzeit nicht verhandelt werden.
Die Fälschung «Stillleben Der Maler Felix Nussbaum» wirkte offenbar täuschend echt. Ein Museum in dessen Heimatstadt Osnabrück zahlte 200 000 Euro. Dagegen kam die Vermarktung eines weiteren Nussbaum-Bildes nicht zustande - es roch nach frischer Farbe. «Die neue Technik war nicht ausgereift», erklärte der Fälscher den Flop.
Auftraggeber sollen der 70-Jährige, der nicht zum Prozess erschien, und ein 68-jähriger Rentner sein. Ein 41-jähriger Schwede und das Ehepaar sollen die Fälschungen zum Kauf angeboten haben. Der Erlös der verkauften Gemälde soll aufgeteilt worden sein. Der Fälscher selbst kassierte laut Anklage 10 000 Euro.
Für kommenden Mittwoch hat der Fälscher eine Aussage angekündigt. Es wird mit einem Geständnis gerechnet. Der 52-Jährige vermutet, dass seine Ex-Frau den Fall ins Rollen gebracht hat. «Sie hat es verpfiffen», sagte der Angeklagte auf dem Gerichtsflur.
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