| Warschauer Museum zeigt erstmals homoerotische Kunst |
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| Donnerstag, 10. Juni 2010 um 06:52 Uhr | ||
Warschau (dpa) - Kunst gegen Vorurteile und für Toleranz: Mit einer Schau über homoerotische Kunst will das Nationalmuseum in Warschau die Debatte über die Lage sexueller Minderheiten im postkommunistischen Osteuropa in Gang bringen. Er verstehe seine Institution als ein Forum, wo kontroverse Themen diskutiert werden, sagte Direktor Piotr Piotrowski am Mittwoch in Warschau.
Diese Ausstellung sei «politisch und besonders», betonte Piotrowski vor Journalisten mit Blick auf Bedenken vieler Politiker und Proteste katholisch-nationaler Kreise gegen das Projekt. Die Schau «Ars Homo Erotica» startet am Donnerstag und dauert bis zum 5. September. Es ist die erste Ausstellung zu diesem Thema in einer staatlichen Einrichtung in Polen.
Der Kurator Pawel Leszkowicz betonte, wichtig sei die Teilnahme der Künstler aus Ländern wie Litauen, Ungarn oder Russland, wo Schwule und Lesben ausgegrenzt würden. «Die Schau wird die Demokratie fördern», sagte er. In Polen hatte der Abgeordnete der national-konservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Stanislaw Pieta, versucht, das Projekt im Parlament zu stoppen.
Unter rund 250 Ausstellungsstücken befinden sich bisher kaum gezeigte Kunstwerke mit homoerotischen Motiven von der Antike bis zur Gegenwart aus der Sammlung des Warschauer Nationalmuseums. Der Schwerpunkt liege beim «sinnlichen» männlichen Akt, sagte Leszkowicz. Der Teil «Kampfzeit» ist der zeitgenössischen Homo-Kunst in Mittel- und Osteuropa gewidmet. Beteiligt sind Künstler aus Tschechien, Ungarn, Russland, Weißrussland, Litauen und Rumänien. Aus Deutschland ist unter anderem Holger Mühlenbeck vertreten.
Gezeigt wird unter anderem ein Foto von zwei sich küssenden russischen Soldaten. Die Organisatoren verstehen die Ausstellung als ihren Beitrag zum europäischen Homosexuellen-Festival EuroPride, das im Juli in Warschau und damit erstmals in einer Stadt in Osteuropa stattfindet.
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