| Kunstkrimi um Noten von Walzerkönig Johann Strauß |
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| Donnerstag, 10. Juni 2010 um 06:52 Uhr | ||
Coburg/Wien/Köln (dpa/lby) Ein Kunstkrimi spielt sich derzeit zwischen der oberfränkischen Kleinstadt Coburg, Wien und Köln ab. Im Mittelpunkt stehen 101 Notenseiten, auf denen Walzerkönig Johann Strauss (Sohn) musikalische Skizzen und Partiturteile seines unvollendeten Balletts «Aschenbrödel» ebenso festhielt wie das weltberühmte Motiv des Donauwalzers. Wie die «Neue Presse Coburg» (Donnerstag) berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln nun wegen Diebstahls und Hehlerei, denn die Notenseiten wurden der «Wienbibliothek im Rathaus» in den 1990er-Jahren gestohlen und im Jahr 2008 in Teilen in Coburg zum Kauf angeboten.
61 handbeschriebene Notenseiten wurden dem Vorsitzenden der Deutschen Johann Strauss Gesellschaft mit Sitz in Coburg, Ralph Braun, im Frühjahr 2008 von einem deutschen Musikwissenschaftler zu einem Preis von rund 30 000 Euro angeboten Blätter, die der Wienbibliothek gestohlen worden waren. Tatverdächtiger ist ein ehemaliger Bibliotheksmitarbeiter. Dieses Konvolut hatte die Staatsanwaltschaft Köln am 18. März dieses Jahres sichergestellt, knapp eine Woche bevor die Seiten in einem Kölner Auktionshaus versteigert werden sollten.
Das Brisante an dem Fall ist nicht nur der Diebstahl der Originalnoten von Johann Strauss aus der Wiener Sammlung, sondern auch die Tatsache, dass die musikalische Fachwelt die Originalhandschriften für «Aschenbrödel» für verschollen hält. Der Coburger Landesbibliothek waren schon im März 2007 anonym 40 Notenseiten zugeschickt worden. Nach Nachweis der Eigentumsverhältnisse wurden die wertvollen Papiere im Sommer 2009 an die Wienbibliothek zurückgegeben, die den Verlust der historisch wertvollen Dokumente nicht einmal der Polizei gemeldet hatte.
Tags: notenseiten k
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