| Museen machen «Provinz» zum Thema |
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| Freitag, 11. Juni 2010 um 06:26 Uhr | ||
Nordhorn/Lingen (dpa/lni) - Vier Museen aus der Provinz tun sich zusammen, um einen großen Ausstellungsreigen zum Thema Provinz und Metropole zu schultern. Ab Samstag (12.) zeigen die Städtische Galerie Nordhorn, das Otto-Pankok-Museum in Gildehaus, der Kunstverein Grafschaft Bentheim und die Kunsthalle Lingen das Projekt «Der offene Garten». Unter anderem gehe es um die Frage, wie Künstler die Provinz sehen, welche Klischees, Sehnsüchte und Enttäuschungen sie damit verbinden, erläuterte die Leiterin der Städtischen Galerie Nordhorn, Veronika Olbrich, am Donnerstag. Von Multimedia- bis zu Objektkunst sind Arbeiten international bekannter Künstler zu sehen.
Die Idee habe angesichts der geografischen Lage der vier Häuser im Westen Niedersachsens nahe gelegen, sagte Meike Behm, Leiterin der Kunsthalle Lingen. «Es sind Durchgangsorte: Viele Leute ziehen zur Ausbildung in die großen Städte, andere ziehen aus beruflichen oder privaten Gründen hierhin zurück.» Daher habe man die Metapher des Durchgangs, des Zwischenorts und der durchlaufenden Biografie als Basis für die Ausstellung genommen.
Das Lingener Haus zeigt unter anderem das Video «A Declaration» der israelischen Künstlerin Yael Bartana, das den Olivenbaum als israelisches Friedenssymbol aufgreift, aber auch auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern anspielt. Spektakulär ist auch ein riesiges Luftschiff aus Papier des belgischen Künstlers Panamarenko.
In Nordhorn zeigt unter anderem der Künstler Stefan Demming seinen Film «Just journey with them», den er 2007 über zwei Ordensschwestern drehte, die seit zehn Jahren einen der größten Zirkusse der USA begleiten. Eine von ihnen ist Schwester Bernardis vom Orden vom Heiligsten Herzen Jesu aus Münster. Das Otto-Pankok-Museum im benachbarten Gildehaus zeigt 25 großformatige Schwarzweiß-Fotografien des Künstlers Robert Häusser, der von Januar bis Februar 1984 in den Mooren der Grafschaft Bentheim und des Emslandes verbracht hat und ein Moortagebuch verfasst. «Das ist eine Hommage an die Grafschaft und an die Moorlandschaft, die uns prägt», sagte Museumsleiter Bernhard Jansen.
Der Kunstverein Grafschaft Bentheim in Neuenhaus präsentiert schließlich Künstler, die aus Neuenhaus stammen und sich inzwischen einen Namen gemacht haben, wie etwa der Musiker Hermann Kretzschmar, aber auch die amerikanische-ungarische Künstlerin Susan Silas.
Die Kooperation wollen die Museen dazu nutzen, sich auch überregional bekannter zu machen. Auch für künftige Projekte sei allein schon aus Gründen schrumpfender Etats eine Zusammenarbeit wahrscheinlich, sagte Jansen.
http://www.kunsthalle-lingen.de http://www.kunstverein-grafschaft-bentheim.de
Tags: grafschaft k
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