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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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200 Jahre Goethes Farbenlehre im Nationalmuseum Von Antje Lauschner, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 18. Juni 2010 um 07:06 Uhr

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Farbkreisel, Wasserprisma, technische Zeichnungen: Mehr als 40 Jahre seines Lebens hat sich Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) mit Farbentheorie beschäftigt. Seine Arbeiten gelten bis heute als bahnbrechend.

 

Weimar (dpa/th) - 200 Jahre nach Erscheinen seiner zweibändigen Schrift «Zur Farbenlehre» würdigt die Klassik Stiftung Weimar die Genialität seiner Experimente und Versuchsmethodik, die im 20. Jahrhundert durch die Quantenphysik aufgewertet wurde. Unter dem Titel «Augengespenst und Urphänomen» vermittelt ab Freitag eine große Sonderschau im Goethe-Nationalmuseum einen Eindruck über die Herangehensweise Goethes und seinen Disput mit Physikern seiner Zeit. Die etwa 400 Objekte - Zeichnungen, Tierpräparate, Mineralien, farbige Gebrauchsgegenstände und physikalische Geräte - sind bis zum 19. Juni 2011 zu sehen.

 

Der Dichter und Staatsmann Goethe, der leidenschaftlich naturwissenschaftlich forschte, untersuchte die physikalisch, physiologisch und chemisch erzeugten Farben sowie den psychologischen Eindruck, den sie hinterließen. Anders als die meisten Forscher suchte der Weimarer Klassiker nicht nach abstrakten mathematischen Erklärungsmodellen für die Farben. «Isaac Newton hatte seine These im Kopf und bewies diese durch Experimente. Goethe dagegen experimentierte und stellte dann seine These auf», sagte Kuratorin Sabine Schimma. Er habe Experiment und Natur nicht getrennt.

 

Newton hatte alle Farben als Bestandteil des weißen Lichts betrachtet und mathematisch definiert. In Goethes Lehre entstehen die Farben aus einer Wechselwirkung zwischen Hell und Dunkel in einem trüben Mittel. Diese Konstellation bezeichnete er als «Urphänomen». Er widmete sich den physiologisch erzeugten Nachbild- und Simultanfarben, die das Sehorgan selbst produziert, und nannte sie «Augengespenster».

Künstler wie William Turner, Adolf Hölzel, Franz Marc und Wassily Kandinsky bezogen sich in ihren Arbeiten auf seine Erkenntnisse. Sein Farbenkreis, der im Museum als Nachbildung aus Mineralien sehen ist, interessierte die Bauhäusler ebenso wie Malschulen heutiger Zeit.

 

Goethe entwarf zudem didaktische Materialien zum Experimentieren wie ein optisches Kartenspiel für Brechungsversuche, Farbschirme und Tafeln zur Farbenlehre. Ergänzend zu den historischen Stücken können die Besucher mit interaktiven Installationen Goethes Versuche nachvollziehen.

 

www.klassik-stiftung.de/goethes-farbenlehre

www.goethes-farbenlehre.de

 



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