| Deutschland mit «Sehnsucht» bei der Architektur-Biennale Von Nada Weigelt, dpa |
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| Freitag, 18. Juni 2010 um 07:06 Uhr | ||
Berlin (dpa) - «Sehnsucht» - mit diesem Thema präsentiert sich Deutschland dieses Jahr bei der Internationalen Architekturbiennale in Venedig. Das mit der Gestaltung beauftragte Büro Walverwandtschaften (sic!) aus München, Zürich und Boston stellte am Donnerstag in Berlin Eckpunkte seines Konzepts vor.
Danach wurden 150 Künstler und Architekten eingeladen, im deutschen Pavillon in den Giardini ihre persönliche Interpretation der sinnlichen und emotionalen Aspekte moderner Architektur vorzustellen. Der deutsche Beitrag zu der renommierten Schau (29.8.- 21.11.) wird vom Bundesbauministerium mit rund einer halben Million Euro gefördert.
Die Architektur-Biennale findet alle zwei Jahre zeitversetzt mit der Kunst-Biennale statt. Die jeweiligen Gestalter werden von einem hochkarätigen Expertengremium gewählt. Das dieses Jahr beauftragte Büro Walverwandtschaften ist ein Kuratorenkollektiv mit Cordula Rau (München), Eberhard Tröger (Zürich) und Ole W. Fischer (Boston). Zu dritt erarbeiteten sie das Konzept, die Umsetzung liegt in den Händen von Rau und Tröger.
Das Kuratorenteam stehe für einen unkonventionellen und innovativen Blick auf die zeitgenössische Architektur, sagte Baustaatssekretär Jan Mücke bei der Vorstellung des Konzepts. Deutschland gebe bei der weltweit wichtigsten Architekturschau eine gute Visitenkarte ab: «Wir wollen Fenster öffnen und Architektur made in Germany präsentieren.»
Der Schweizer Kurator Tröger erläuterte zum selbstgewählten Motiv, Sehnsucht sei die vielleicht größte Triebkraft für Kreativität: «Kreative Arbeit beginnt mit Sehnsucht und wird bis zum Schluss von ihr begleitet.» Angesichts der langen Geschichte des 1909 errichteten deutschen Pavillons habe man sich entschlossen, das Gebäude selbst als «Sehnsuchtsort» aufzubauen.
Der Hauptraum des insgesamt etwa 500 Quadratmeter großen Hauses wird als «Freiraum» gestaltet, in dem eine Auswahl der künstlerischen Beiträge zu sehen ist. Daneben soll er mit Vorträgen, Gesprächen und Musik zu einem Ort der Begegnung werden. «Wir würden uns wünschen, dass die Menschen beginnen, den Pavillon als Ort zu spüren», so Tröger.
Am Eingang soll ein verführerisch schimmernder Vorhang als «Teaser» (Anreiz) dienen, die Menschen zum Eintreten und Verweilen einzuladen. Um einen Austausch zwischen Innen und Außen, Biennale und Welt zu schaffen, sind während der Ausstellungszeit in mehreren europäischen Städten wie München, Zürich und Berlin sogenannte Salons zum Thema Sehnsucht geplant. Zu den geladenen Künstlern gehören laut Rau sowohl große Namen der deutschen Architekturszene wie auch junge Architekten und Studenten.
Die Biennale findet dieses Jahr zum 12. Mal statt. Die Gesamtveranstaltung steht unter dem Motto «People meet in Architecture», Kuratorin ist die Architektin Kazuyo Sejima vom Büro SANAA in Tokio, das dieses Jahr mit dem Pritzker Preis geehrt wurde - der höchsten Auszeichnung für Architekten.
http://www.sehnsucht-biennale.de
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