| Lichtkunst lässt Braunschweigs Sommernächte leuchten Von Willi Kramer, dpa |
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| Samstag, 19. Juni 2010 um 07:51 Uhr | ||
Lichtkunstwerke sollen Braunschweig in den Sommermonaten zusätzliche Attraktivität verleihen. Mit der Aktion will die Stadt ein vor zehn Jahren begonnenes Konzept fortführen.
Braunschweig (dpa/lni) - Mini-Hochhäuser schweben als überdimensionierte Lampions über dem Fluss. Ein metallisch glänzender Eisberg ragt majestätisch aus einem Teich, und aus dem Fenster einer Schule quellen grell strahlende, fußballgroße Froscheier. Braunschweigs Nächte sind voller optischer Überraschungen. Grund dafür ist der Lichtparcours, der von diesem Samstag an mit leuchtenden und beleuchteten Kunstobjekten die Besucher anziehen soll.
Die Idee, im öffentlichen Raum Kunstwerke und ihr Publikum zusammenzubringen, verfolgt Braunschweig schon seit zehn Jahren. Der erste Lichtparcours ließ anlässlich der Expo 2000 in Hannover die Brücken über die Oker erstrahlen. Vier Jahre später gab es einen Kunstparcours mit originellen Objekten an ungewöhnlichen Orten.
An der Oker, die in zwei Armen die Innenstadt umfließt, orientiert sich auch der aktuelle Parcours. «Die Künstler durften die Standorte selbst aussuchen. Es gab nur zwei Vorgaben: die Nähe zum Wasser und die öffentliche Zugänglichkeit», sagt Organisatorin Bianca Winter. Das habe gelegentlich auch zu Meinungsverschiedenheiten über den passenden Ort geführt. Dabei hätten sich die Urheber der Lichtobjekte «aber quasi immer durchgesetzt».
Interesse an dem Vorhaben hatten 13 Künstler bekundet. Sieben von ihnen erhielten den Zuschlag. «Die Auswahl war nicht unbedingt einfach», berichtet Anja Hesse, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur und Mitglied der vierköpfigen Jury. Das Ergebnis ist in seinem Ideenreichtum und seiner Vielfalt allerdings beeindruckend. Die Spanne reicht von Susanne Rottenbachers «farbring 450 d», ein an einen riesigen, von innen rötlich beleuchteten Reifen erinnernden Acrylring bis zum «Braunschweiger Gipfel», für den Rainer Gottemeier mit blauen Leuchtelementen und Kugeln die Silhouette der Stadt maßstabsgerecht umsetzt. Zwei dauerhaft installierte Brückenobjekte von Yvonne Goulbier und Fabrizio Plessi wurden in den Parcours integriert.
Rund eine halbe Million Euro hat das Vorhaben gekostet. «Weit mehr, als die Stadt allein bezahlen könnte. Aber zum Glück gibt es noch Sponsoren und Financiers», meint Anja Hesse. Die Verhandlungen mit den Förderern hätten sich allerdings angesichts der wirtschaftlichen Situation schwieriger gestaltet als bei früheren Projekten.
Ob sich die Ausgabe gelohnt hat, wird die Publikumsresonanz bis zum 30. September zeigen. An diesem Tag sollen auf dem Parcours die Lichter ausgehen.
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