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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Lindenau-Museum zeigt Kokoschkas Druckgrafiken zur Antike Von Andreas Hummel, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 19. Juni 2010 um 07:51 Uhr

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Der Maler Oskar Kokoschka ist vor allem für seine psychologisch eindringlichen Porträts, aber auch charakteristischen Städtebilder bekannt. Seine in den späteren Jahren entstandenen Druckgrafiken zur Antike rückt nun eine Ausstellung in Altenburg ins rechte Licht.

 

Altenburg (dpa) - In seinem Spätwerk hat sich der österreichische Expressionist Oskar Kokoschka (1886-1980) verstärkt der griechischen Antike zugewandt. 30 Jahre nach seinem Tod zeigt das Altenburger Lindenau-Museum 140 seiner Druckgrafiken und stellt ihnen keramische Gefäße und Gipsabdrücke aus der eigenen Antikensammlung gegenüber. Damit sind in kurzer Zeit zum zweiten Mal Werke Kokoschkas zur Antike in der Region zu sehen. An diesem Sonntag endet eine Schau mit rund 80 Gemälden, Drucken, Zeichnungen und Skizzenbüchern im Kunstmuseum Moritzburg in Halle/Saale. «Das Werk ist so groß, dass es reicht, zwei Themen in zwei ganz unterschiedlichen Ausstellungen zu behandeln», erklärte Sammler Heinz Spielmann am Freitag in Altenburg.

 

Die Altenburger Schau, die an diesem Samstagabend eröffnet wird, zeigt Grafiken aus Spielmanns umfangreicher Sammlung, ergänzt durch Leihgaben des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Zu sehen ist auch die wohl erste Antikendarstellung Kokoschkas - die Lithographie «Aristoteles und Phyllis» aus dem Jahr 1913 - ein Blatt, das das Museum aus der eigenen grafischen Sammlung beisteuern konnte.

 

Kokoschka habe in seinen Darstellungen antiker Sagen und Mythen stets auch sein eigenes Leben und seine Zeit reflektiert, erklärte Spielmann. So zieht er eine Parallele zwischen dem trojanischen Krieg und den Kriegen des 20. Jahrhunderts. Im Ersten Weltkrieg hatte der Künstler als Freiwilliger gekämpft, den Zweiten Weltkrieg erlebte er - nachdem seine Kunst von den Nazis als «entartet» diffamiert worden war - im Londoner Exil. Auslöser für den 1973 erschienenen und nun in Altenburg ausgestellten Zyklus «Euripides. Die Troerinnen» war ein palästinensischer Terroranschlag auf eine Schule, bei der israelische Kinder starben. Kokoschka assoziiert dies mit dem gewaltsamen Tod von Hektors Sohn Astyanax.

 

Sich selbst identifizierte der Künstler wohl am stärksten mit Odysseus, der in den Grafiken mitunter seine Züge trägt. Seine tragische Liebe zur Witwe des Komponisten Gustav Mahler, Alma, sah er dagegen vielmehr in Heinrich von Kleists Drama von Penthesilea und Achill wiedergespiegelt. Dabei gehe es Kokoschka immer um die Freiheit, erläuterte Spielmann zu den Radierungen von 1969. «Beide machen von ihrer Freiheit Gebrauch. Sie sind sich selbst.» Sein Fazit: Freiheit muss nicht immer glücklich enden.

 

In der Altenburger Schau sind vor allem auch Bilderfindungen zu sehen. Der Einfallsreichtum des Künstlers trete in den Blättern besonders zutage, für die es kein Vorbild in der antiken oder älteren Kunst gebe, äußerte der Kokoschka-Kenner. Die Ausstellung «Oskar Kokoschka und die Antike» ist drei Monate lang bis zum 19. September im Lindenau-Museum zu sehen.

 

 

http://www.lindenau-museum.de

 



Tags: kokoschka  sehen  museum  f  
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