| Experten für neues Bauhaus-Museum am Weimarhallenpark |
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| Samstag, 19. Juni 2010 um 07:51 Uhr | ||
Weimar (dpa/th) - Das neue Bauhaus-Museum in Weimar soll nach Empfehlung einer Expertenkommission am Weimarhallenpark entstehen. Sie sieht hier ein größeres Potenzial als am Theaterplatz im historischen Zentrum, gab das vom Land Thüringen und der Stadt Weimar berufene Gremium am Freitag bekannt. Damit gebe es eine klare Perspektive für das Bauhaus-Museum, erklärte Kultusminister Christoph Matschie (SPD) am Freitag nach den jahrelangen Standortdiskussionen. Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung werde noch vor der Sommerpause einen Grundsatzbeschluss treffen.
Das neue Bauhaus-Museum soll zum 100. Jahrestag des Bauhauses im Jahr 2019 stehen. Die Kosten werden auf 22 bis 23 Millionen Euro veranschlagt. Bisher werden die kostbaren Sammlungen aus der Frühzeit der renommiertesten Architektur- und Design-Schule des 20. Jahrhunderts nur unter unzulänglichen Bedingungen in einem umgebauten Kulissenhaus präsentiert.
Mit der Empfehlung des Expertengremiums, dem unter anderem die Leiter der renommierten Museen Sammlung Brandhorst in München und Folkwang in Essen angehören, wollen Klassik Stiftung, Land Thüringen und Stadt Weimar endlich den «gordischen Knoten» im Standortstreit lösen. Bereits vor einem Jahr hatte sich der Stiftungsrat der Klassik Stiftung für einen Neubau am jetzigen Museumsstandort ausgesprochen.
Die Abgeordneten Weimars stimmten dem jedoch nicht zu. Sie wollen neben der Weimarhalle auf einem vernachlässigten Areal am Rande der Innenstadt bauen, um dieses Gebiet zu beleben. Die Stiftung befürchtet, dass Touristen den langen Weg dorthin scheuen. Zudem müsste der Stadtteil aufwendig saniert werden, was angesichts knapper Kassen nur schwer umzusetzen sei.
Die unabhängigen Experten folgten jedoch den Parlamentariern. Der Standort nahe dem ehemaligen NS-Gau-Forum biete bessere Chancen für eine spannungsvolle Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus musste bereits 1925 auf Druck von reaktionären Kräften aus Weimar weichen. Es entstehe ein neuer innerstädtischer Platz, der attraktiv das Zentrum mit dem Hauptbahnhof verbindet, meint die Kommission.
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