| Dresdner Albertinum als Haus der Moderne wiedereröffnet |
|
|
|
| Montag, 21. Juni 2010 um 06:50 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Mit einem Festakt ist am Samstag in Dresden das Albertinum als Haus der Moderne wiedereröffnet worden. «Es ist zu einem der modernsten Museen Europas, zu einer Arche der Kunst geworden», sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Das Domizil der Skulpturensammlung und der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen bietet Kunst von Klassizismus und Romantik bis zur Gegenwart. Es war seit 2004 mit einem Kostenaufwand von 51,2 Millionen Euro aus Landesmitteln saniert und modernisiert worden. Von Sonntag an ist das Albertinum für Publikum offen. In den teils nach historischem Vorbild rekonstruierten Hallen und Bildersälen sind 125 Skulpturen und Plastiken sowie rund 300 Gemälde ausgestellt. Die Antikensammlung wird in einem Gläsernen Schaudepot gezeigt, zwei weitere Schaudepots gewähren Einblick in den umfassenden Bestand der Skulpturensammlung.
Das Albertinum mache die Kunst-Metropole Dresden wieder komplett, nachdem jahrelang nur die Alten Meister zu sehen gewesen seien. «Es ist ein großes Missverständnis, dass Dresden allein eine Stadt des Barocks ist», sagte Tillich vor rund tausend Gästen, darunter Künstlern wie Neo Rauch oder Rosa Loy. Die Künstlergruppe «Die Brücke» habe von hier aus die Malerei revolutioniert, nach dem Zweiten Weltkrieg seien Gerhard Richter, Georg Baselitz und A.R. Penck aufgebrochen, um die Kunst zu verändern. «Jetzt steht Dresden endlich wieder auf beiden Beinen: Alte und Neue Meister, Vergangenheit und Moderne sind vereint.»
Das Museum ist durch ein zweigeschossiges, über dem Innenhof «schwebendes Haus» auch eine architektonische Attraktion. Der Einbau des hochwassersicheren Depots, in dem auch Restaurierungswerkstätten untergebracht sind, wurde nach dem Elbehochwasser des Jahres 2002 notwendig. Die bisherigen unterirdischen Aufbewahrungsräume, aus denen damals rund 22 000 Kunstwerke gerettet werden mussten, waren unbenutzbar geworden. In dem Neubau werden 6000 Bilder der Galerien Alte und Neue Meister aufbewahrt.
In einem neuentstandenen Saal ist in wechselnden Präsentationen Kunst der Gegenwart zu sehen. Die Eröffnungsausstellung «Das versprochene Land» (bis 29. Mai 2011) vereint Arbeiten der Künstler, die im Herbst 2002 Werke für eine Benefizaktion zugunsten der in Dresden bewahrten Gemälde gestiftet hatten. Dazu gehören Markus Lüpertz, Andreas Gursky, Candida Höfer, Jörg Immendorff, Imi Knoebel, Jonathan Meese, Daniel Richter, Rosemarie Trockel und Rebecca Horn. Der Erlös von 3,4 Millionen Euro bildete den Grundstock für Umbau und Generalsanierung des Albertinums, mit denen sich die Ausstellungsfläche vervierfacht hat.
Die «Brücke für die Kunst» entwarf der Berliner Architekt Volker Staab. Die Stahlkonstruktion liegt auf einem Aufzugsschacht und zwei Pfeilern an den Stirnseiten des Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausstellungsgebäude umgebauten Zeughauses. Die «Arche» wurde zwischen Traufe und First gehängt und ist von außen nicht zu sehen. Durch einen umlaufenden Spalt fällt Tageslicht in den überdachten Innenhof, mit dem sich das Museum über verschiedene Zugänge auch für Passanten öffnet.
|
























































