| Himmlische Sensation im Helms-Museum |
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| Mittwoch, 23. Juni 2010 um 06:41 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Sie gilt als archäologische Sensation: Von Raubgräbern entdeckt, illegal verkauft, polizeilich sichergestellt und wissenschaftlich gründlich erforscht: die Himmelsscheibe von Nebra. Von Mittwoch an bis zum 10. November können Besucher die Geschichte der Himmelsscheibe in der Wanderausstellung «Ein Himmel auf Erden - Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra» im Hamburger Helms-Museum in Harburg erkunden. Im Schaubereich am Museumsplatz erläutert die Ausstellung anhand exakter Repliken die abenteuerliche Entdeckungsgeschichte, die herausragende archäologische Bedeutung und die naturwissenschaftlichen Untersuchungen des Jahrhundertfundes.
Das Original der Scheibe befindet sich aus Sicherheitsgründen im Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale. Dafür gibt das Museum einen Blick frei auf die Reichtümer seiner eigenen Sammlung: Der Besucher erfährt mehr über bronzezeitliche Weltvorstellungen und Rituale der Region Norddeutschland. Auf einem Rundgang sind weitere Exponate aus der Zeit der Himmelsscheibe zu sehen, so zum Beispiel bronzezeitliche Rasiermesser mit Schiffsdarstellungen und der Klapphocker aus Daensen mit seinen Goldauflagen, die in der gleichen Technik hergestellt wurden wie die der Himmelsscheibe von Nebra.
Auf der zwei Kilogramm schweren Bronzescheibe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern befinden sich Goldauflagen, die als Schiff, dazu Mond, Sonne und Sterne oder vielleicht auch Mond und Vollmond gedeutet werden. Nach jüngsten Erkenntnissen ist die Himmelsscheibe eine komplexe astronomische Uhr, die Sonnen- und Mondkalender miteinander verknüpft. «Die Scheibe dokumentiert astronomische Regeln, deren Kenntnis man den Menschen dieser Zeit nicht zugetraut hätte», meinte Prof. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg. Man nimmt an, dass die Himmelsscheibe um 1600 v. Chr. auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt vergraben wurde.
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