| Erotische Kunstausstellung zeigt Lust-Werke |
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| Mittwoch, 23. Juni 2010 um 06:41 Uhr | ||
Stralsund (dpa/mv) - Strandgut-Kamasutra, eine barbusige Mona Lisa und eine leichtbekleidete Dresdner Oberbürgermeisterin: Die Erotik steht von Freitag an im Mittelpunkt einer Kunstausstellung im Kulturhistorischen Museum in Stralsund. Elf Künstler aus vier Ländern zeigen in der Schau «Frivole Bilder und Objekte» erotische Malereien, Cartoons, Schmuck und Fotografien. Mit fünf Werken ist auch die Malerin Erika Lust aus Dresden dabei, die mit einem Nacktbild von Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) in die Schlagzeilen geraten war. Die Ausstellung dauert bis zum 26. September, Zugang erhalten Besucher ab 18 Jahre.
Mit der Darstellung der nur mit Strapsen und Amtskette bekleideten Dresdener Stadtchefin vor der Waldschlößchenbrücke wollte Lust gegen das Bauwerk protestieren, das Dresden im vergangenen Jahr den Welterbe-Titel gekostet hatte. In Stralsund zeigt die aus Kasachstan stammende Künstlerin eine andere züchtigere Variante. Doch auch andere berühmte Frauen wie da Vincis «Mona Lisa» oder historische Monarchinnen waren der Malerin willkommene Kunstobjekte, wie die Ausstellung zeigt. Für uns heute sei es reizvoll, die Mächtigen von damals mit «Lust»-Augen zu sehen, sagte Kuratorin Dorina Kasten. «In einem machtvollen Ornat steckt eben auch nur ein Mensch.»
Die Ausstellung wurde von der in Meißen (Sachsen) ansässigen Galerie «inasaja» konzipiert, die sich seit 2006 auf diesen noch mit Tabus belegten Bereich der Kunst spezialisiert hat. Eine ähnliche Erotik-Ausstellung vor zwei Jahren im Stralsunder Kulturhistorischen Museum war bereits ein Publikumserfolg.
Gezeigt werden dieses Mal 44 Malereien, Grafiken und Fotografien, dazu kommen weitere Objekte - vom Silberschmuck bis zum Porzellan. Einige Künstler stellen unter Pseudonym aus wie Fritzi Wagner mit ihrem «Strandgut-Kamasutra». Für Internationalität sorgen der Kanadier Hugh Owen Porter und der Italiener Gilberto Giardini, die Malereien und Grafiken zeigen. Der Franzose Jean Raymond Vuigner stellt Schmuck mit erotischen Motiven aus.
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