| Die «Venus vom Hohlen Felsen» zwischen Buchdeckeln |
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| Mittwoch, 23. Juni 2010 um 06:41 Uhr | ||
Blaubeuren (dpa/lsw) - Sie gilt als das älteste bekannte Kunstwerk und lag Jahrtausende in einer Höhle der Schwäbischen Alb - nun gibt es erstmals ein ausführliches Buch über den Fund der «Venus vom Hohlen Felsen». «Wir bieten darin eine ganze Reihe von neuen Bildern und Informationen über die Deutung und den Hintergrund des Fundes», erklärte der Tübinger Archäologe Nicholas Conard am Dienstag vor der Präsentation des 72 Seiten umfassenden Buches in Blaubeuren. Enthalten sind neben Texten über «unterschiedliche Aspekte der Fruchtbarkeit» 39 farbige Abbildungen.
Conards Team hatte die rund 35 000 Jahre alte und aus Mammutelfenbein geschnitzte Frau im September 2008 entdeckt. Die rund sechs Zentimeter große Venus mit ihren überdimensionierten Brüsten soll ein «künstlerischer Ausdruck» von Fruchtbarkeit sein. Ihr Fund wurde als Sensation bezeichnet, denn aus dieser Zeit waren bis dahin lediglich Tierdarstellungen bekannt, nicht aber figürliche Kunst. Sie soll als Beweis dafür gelten, dass auf der Schwäbischen Alb das erste Kulturvolk der Welt lebte.
Die Venus wurde in sechs Fragmenten in einer Höhle bei Schelklingen entdeckt - allerdings fehlten der linke Arm und die Schulter. Conard hofft, beide Teile bei den am Montag begonnenen erneuten und für acht Wochen geplanten Grabungen in Schelklingen zu entdecken. Die Figur ist derzeit als Teil der Sonderausstellung «Urmutter contra Pin-Up-Girl - Sex und Fruchtbarkeit in der Eiszeit» im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren zu sehen.
Tags: schelklingen
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