| Rüttgers lobt Kulturhauptstadt - Debatte um Zeit nach 2010 |
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| Mittwoch, 23. Juni 2010 um 06:41 Uhr | ||
Essen (dpa/lnw) - Knapp ein halbes Jahr nach der Eröffnung der Kulturhauptstadt hat der geschäftsführende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) die Organisatoren gelobt. «Die Kulturhauptstadt hat schon jetzt das Gesicht des Ruhrgebiets verändert», sagte Rüttgers am Dienstag nach einem Bericht des Ruhr.2010-Geschäftsführers Fritz Pleitgen im Landeskabinett. Alle Erwartungen seien übertroffen worden, sagte Rüttgers. Zugleich ist eine kontroverse Debatte zwischen der Ruhr.2010-Spitze und den Ruhrgebietskommunen über die Zeit nach dem Ende des Kulturhauptstadtjahres 2010 entstanden. Pleitgen forderte dabei, auch nach 2010 nicht in altes Kirchturmdenken zurückzufallen.
Knapp 5 Millionen Besucher seien im ersten Halbjahr zu den Veranstaltungen gekommen, erklärte Rüttgers laut Pressemitteilung. Allein die Landesregierung habe 120 Millionen Euro in die Kulturhauptstadt und damit verbundene Projekte investiert. Von der Kulturhauptstadt würden das Ruhrgebiet und NRW noch lange profitieren.
So hat das organisatorisch zersplitterte Ruhrgebiet erstmals fünf Besucherzentren für die ganze Region erhalten, die auch nach dem Kulturhauptstadtjahr weiterarbeiten. Theater, Museen und Konzerthäuser der ganzen Region präsentieren sich 2010 in gemeinsamen und inhaltlich abgestimmten Projekten etwa zum zeitgenössischen Komponisten Hans Werner Henze oder mit modernen Homer-Adaptionen.
Über die Fortsetzung einer einheitlichen ruhrgebietsweiten Kulturpolitik nach 2010 gibt es aber unterschiedliche Meinungen. Nach Berichten mehrerer Zeitungen hat Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt vorgeschlagen, ein langfristiges Konzept dafür zu entwickeln. Dagegen gebe es Widerstand vom Regionalverband, der die Revierkommunen vertritt und der selbst ein Kulturreferat führt. Kulturdezernenten der Städte fürchteten um Kompetenzen.
Pleitgen erklärte schriftlich, die Kulturhauptstadt werde ihre Zukunftsvorstellungen weiterentwickeln und erst dann den Bürgermeistern und Landräten vorlegen. Generell sei aber ein solidarisches Zusammenwirken der Region auch für die Zukunft zu empfehlen. Es nütze nichts, wenn einzelne attraktive Teile der Kulturhauptstadt schon jetzt an Mitglieder «verteilt» würden. «Wider die Rosinenpicker» ist Pleitgens Papier überschrieben.
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