| «Vogue»-Cover auf nackten Männerkörpern Von Caroline Bock, dpa |
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| Samstag, 26. Juni 2010 um 08:04 Uhr | ||
«Vogue»-Cover auf nackten Männerkörpern: In einer Berliner Ausstellung zeigen sich Modedesigner als Künstler.
Berlin (dpa) - Die Modestadt Paris stinkt nach billigem Parfüm und Zigaretten. Berlin riecht da schon besser, nach einem Hauch von Kräutern. Zu erschnuppern ist das seit Freitag in einer der Installationen im Haus der Kulturen der Welt nahe dem Kanzleramt. Die Ausstellung «Dysfashional» zeigt, wie dicht Mode und Kunst beieinander liegen. Renommierte Designer wie Raf Simons (Jil Sander) und Antonio Marras (Kenzo) sind dabei.
Die Aufgabe: Die Objekte sollten mit dem Thema Mode spielen, aber keine Kleidung sein. «Es geht darum, die Grenzen zwischen Fashion und Kunst zu hinterfragen», erklärt Kurator Emanuele Quinz. Designer Kostas Murkudis steuerte eine Glasskulptur bei. Sein Kollege Michael Sontag baute einen Schminktisch auf, mit dem man die eigene Eitelkeit erkunden kann.
Provokante Scherzchen mit der «Vogue» erlaubt sich Bernhard Willhelm. Er hat mit dem Künstler Christophe Hamaide-Pierson ein Foto-Projekt verwirklichte, bei dem «Magazincover und Geschlechtsorgane Hauptrollen spielen», wie es im Ausstellungstext heißt.
Anspielungen auf gefürchtete Modekritikerinnen wie Anna Wintour sind auch dabei. Der Franzose Cyril Duval hat sie in einer schillernden Kristall-Skulptur verarbeitet, die er in Anlehnung an ein amerikanisches Monument «Mount Blushmore» nennt. Neben Wintour stehen die Köpfe von Karl Lagerfeld, Donatella Versace und John Galliano. Den Konzeptkünstler ging es darum, das Ikonenhafte zu finden. «Man etabliert sich selbst als Marke», sagt Duval, der bei der Vernissage goldene Schuhe trägt.
Für Berlin ist die Ausstellung, die zuvor in Lausanne, Luxemburg und Paris gastierte, eine Einstimmung auf die Fashion Week, die am 7. Juli beginnt. Vor den Eröffnungsreden gab es am Donnerstagabend eine poetische Schattenspiel-Performance mit dem Titel «Bodies in Motion» (Körper in Bewegung). Aufs Podium kamen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der französische Botschafter Bernard de Montferrand. Was zeigt, wie wichtig Mode für beide Städte ist. «Ist Berlin schon Modestadt?», fragt Wowereit. «Ich würde ja sagen.»
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