| «Politisch, nicht tendenziös» - Shirin Neshat in Köln |
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| Montag, 28. Juni 2010 um 07:26 Uhr | ||
Köln (dpa) - Kunst politisch, aber nicht belehrend zu gestalten, ist nach Ansicht der iranischen Regisseurin Shirin Neshat die große Herausforderung. «Kunst sollte nicht tendenziös, voreingenommen sein», sagte die 53-Jährige am Sonntag in Köln. Die Video- und Fotokünstlerin präsentierte beim Internationalen Filmkongress der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen ihren ersten Spielfilm «Women without Men», der am Donnerstag in die Kinos kommt. Der Film erhielt beim Filmfestival in Venedig 2009 den Silbernen Löwen für die beste Regie.
«Women without Men» schildert aus der Perspektive von vier Frauen ein verhängnisvolles Ereignis 1953 im Iran: Damals wurde der erste demokratisch gewählte Premierminister Mohammed Mossadegh durch einen Staatsstreich gestürzt, welcher von den USA und Großbritannien unterstützt wurde. Dadurch kam Schah Mohammad Reza Pahlavi wieder an die Macht. Das Ereignis sei bis heute «eine Wunde» in der kollektiven Erinnerung der Iraner, sagte Neshats Ehemann, Shoja Azari, ebenfalls Künstler und Filmemacher, der mit nach Köln gereist war.
Neshat, die mit ihrem Mann seit vielen Jahren in New York lebt, sieht in ihrem Film eine Möglichkeit, westliche Zuschauer über das Ereignis zu informieren. Der Film erzähle aber nicht nur von Frauen, sondern allgemein von der Geschichte ihres Landes.
Mit ihrer Foto- und Videokunst wurde Neshat bereits in den 1990er- Jahren berühmt, vor allem in Deutschland, wie sie in Köln erzählte. Ihr erster Spielfilm «Women without Men» wurde unter anderem durch die Filmstiftung NRW und den Deutschen Filmförderfonds unterstützt und ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Shahrnush Parsipur. Der Filmkongress (bis 29. Juni) findet im Rahmen des Medienforums NRW statt.
http://www.womenwithoutmen-derfilm.de
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