| Berliner C/O Galerie muss Postfuhramt verlassen |
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| Mittwoch, 30. Juni 2010 um 06:56 Uhr | ||
Dort war die große Annie-Leibovitz-Ausstellung zu sehen: Die Galerie C/O Berlin muss das alte Postfuhramt verlassen. Zukunft offen.
Berlin (dpa) - Die renommierte Galerie C/O Berlin, eine der wichtigsten Adressen für Fotokunst in Deutschland, muss ihr Stammhaus verlassen. Die Galerie werde voraussichtlich zum 31. März 2011 das ehemalige kaiserliche Postfuhramt in der Oranienburger Straße nach fünf Jahren räumen müssen. Der Verkauf der Immobilie an eine ausländische Investorengruppe stehe unmittelbar bevor, teilte das Haus am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr sahen dort rund 110 000 Besucher eine Ausstellung von Annie Leibovitz.
Bislang gehörte der Komplex, der auch als Restaurant und Club genutzt wird, einem israelischen Investor. Nun bekamen alle Nutzer des Hauses eine Kündigung, wie Galeriesprecher Mirko Nowak sagte. Gerade hatte das Haus Einladungen zur Feier seines zehnjährigen Bestehens und zu einer Ausstellung mit Fotografen der Agentur Magnum (16.7.-12.9.) verschickt. Diese Veranstaltungen und eine Schau mit Werken von Peter Lindbergh sollen trotz der jüngsten Entwicklung stattfinden.
«Eine neue Immobilie haben wir im Moment nicht», sagt Nowak, der sich jedoch zuversichtlich zeigte. «Wir müssen räumen, aber wir sind überhaupt nicht verzweifelt.» Am Freitag soll es eine Pressekonferenz zur Zukunft der Galerie geben. Wer der neue Investor ist, konnte Nowak nicht sagen. Die private Einrichtung hofft nun auf Unterstützung. «Vielleicht kann die Politik Weichen stellen», so Nowak.
In den vergangenen Jahren präsentierte das Haus Fotografen wie Martin Parr, Anton Corbijn und James Nachtwey. Das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Postfuhramt begeistert mit seiner Patina viele Besucher. Bei der Leibovitz-Schau bildeten sich lange Schlangen. Bis zum Sonntag ist dort noch eine Ausstellung von «Ostkreuz»-Fotografen zu sehen.
In Berlin haben Pläne von Investoren schon für einige Debatten in der Kulturszene gesorgt, so zum Beispiel bei den Bühnen am Kurfürstendamm. Das alternative Kulturzentrum Tacheles ganz in der Nähe der C/O-Galerie kämpft um seine Zukunft.
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