| Gnadenfrist für Tacheles - Vorerst weiter Wasser |
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| Mittwoch, 30. Juni 2010 um 06:56 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Das von der Zwangsräumung bedrohte Kunsthaus Tacheles hat zumindest mit seiner Wasserversorgung eine Gnadenfrist bekommen. Der Berliner Wasserwerke-Sprecher Stephan Natz bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dem Haus werde nicht wie befürchtet am Donnerstag das Wasser abgestellt. «Wir haben uns entschieden, uns nicht als Hebel missbrauchen zu lassen», sagte er.
Das Gebäude gehörte einer Tochtergesellschaft der Fundus-Gruppe, die in Schieflage geraten ist. Der Hauptgläubiger, die Hamburger HSH Nordbank, will das gesamte Areal verkaufen und strebt dafür eine Zwangsräumung des Tacheles an. Die Wasserversorgung wurde vorsorglich schon zum 1. Juni gekündigt - die Mieter wären auf dem Trockenen gesessen.
Die Wasserwerke kündigten zunächst eine weitere Versorgung um einen Monat an. Inzwischen habe der Vorstand aber beschlossen, auch über den 30. Juni hinaus Wasser zu liefern, sagte Sprecher Natz - vorausgesetzt, die Mieter zahlten pünktlich und der Eigentümer drohe nicht mit juristischen Schritten. Man habe mit dieser Entscheidung die wichtige Rolle des Tacheles als Kultur- und Touristenattraktion berücksichtigen wollen.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich bei der Spitze der Wasserwerke für eine Lösung zugunsten des Tacheles eingesetzt. Das Haus, in dem derzeit rund 20 bis 30 Künstler arbeiten, hat jährlich rund 300 000 Besucher. Ein Termin für die Räumung ist noch nicht bekannt.
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