| Hochglanz-Image statt Elvis privat - Bilder-Wandel im Rockgeschäft Von Uta Knapp, dpa |
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| Mittwoch, 30. Juni 2010 um 06:56 Uhr | ||
Elvis ganz privat gehört der Vergangenheit an. Rock- und Popstars arbeiten heute mit ausgefeilten Strategien an ihrem Bild in der Öffentlichkeit. In einer bislang einmaligen Schau zeigt das Essener Museum Folkwang den Einfluss der Fotografie auf das Image der Stars.
Essen (dpa) - Als Alfred Wertheimer 1956 den Auftrag erhielt, einen jungen Musiker namens Elvis Presley zu fotografieren, war ihm sein Gegenüber völlig unbekannt. Es entstanden privat anmutende Fotos, die den späteren Weltstar bei der Suche nach Papierhandtüchern in einer Zugtoilette zeigen, oder in einem zerknautschten Anzug ganz allein beim Verlassen des Bahnhofs von Richmond (Virginia) mit einem kleinen Kofferradio in der Hand.
Kein Manager, keine Zensur und kein Fotovertrag reglementierten damals das Bild des Musikers in der Öffentlichkeit. «Heute dreht sich alles um Akkreditierungen und Minutentermine», beschreibt Ute Eskildsen vom Essener Museum Folkwang den drastischen Wandel in der Rock- und Popfotografie. Mit einer in Europa bislang einmaligen Ausstellung, die am Freitag (2. Juli) im Essener Museum Folkwang öffnet, zeigt das Museum unter dem Titel «A Star is Born» mit rund 300 Exponaten die Bilderwelt der Rock- und Popstars.
Bereits Mitte der 60er Jahre setzte sich in der Rock- und Popszene eine neue Erkenntnis durch. Man wollte auf Fotos nicht mehr nur «ordentlich» aussehen, sondern mit Gesten, Frisuren, Kleidung und Gesichtsausdruck die Wirkung der eigenen Musik unterstreichen. Plattencover, Poster, und Autogrammkarten zeigten nun den Star zum Nachahmen. Ein komplett durchgestyltes «Corporate Design» gehörte immer mehr zum Repertoire eines internationalen Rockstars, berichtet Eskildsen.
Legendär wurden etwa Plattencover der Beatles oder der Rolling Stones oder Poster von Jimi Hendrix. Doch bereits mit dem Abschied vom großen Foto-Format der Langspielplatte und dem Siegeszug der wesentlich kleineren CD nahm der Stellenwert der professionellen Rock- und Popfotografie ab. Mit der Ära der Videoclips und der zunehmenden Verbreitung von Bildern von Hobby-Fotografen im Internet habe sich dieser Bedeutungsverlust fortgesetzt, berichtete die Kuratorin Eskildsen.
Für die Essener Ausstellung haben viele Fotografen und Bildagenturen ihre Archive ebenso geöffnet wie der Elvis Presley- Fanclub aus Gelsenkirchen. Gezeigt werden nicht nur Hochglanz-Bilder, viele Fotos ermöglichen auch überraschende Einblicke in den alltäglichen Konzertbetrieb der Stars. Für die jeweils passende Musik zum Bild sorgen ein Audioführer und speziellen Musikinseln in der Sonderausstellung.
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