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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Von Kunst besessen: Sammler Rudolf Leopold in Wien gestorben PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 30. Juni 2010 um 06:56 Uhr

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Wien (dpa) - Österreich trauert um seinen bedeutendsten Kunstsammler: Der Malerei-Fan und Museumsdirektor Rudolf Leopold sei am Dienstagnachmittag im Alter von 85 Jahren in einem Wiener Krankenhaus gestorben, teilte das Leopold Museum mit. Der Besitzer der weltweit wichtigsten Kollektion von Werken des Expressionisten Egon Schiele hatte im Laufe seines Lebens über 5000 Kunstschätze im Wert von über 570 Millionen Euro zusammengetragen - jedoch war er wegen der dubiosen Herkunft vieler Werke und Restitutionsfragen seit einigen Jahren in die Kritik geraten.

 

Der am 1. März 1925 in Wien geborene Leopold gilt unter anderem als einer der Entdecker Schieles, dessen Werke er trotz zunächst abschätzigen Urteils der Fachwelt bereits in den 1950er Jahren zu sammeln begann. Auch wichtige Werke von Gustav Klimt bis Oskar Kokoschka sind in seinem Besitz. Seit 2001 werden die von ihm zusammengetragenen Werke im eigens dafür errichteten Leopold Museum im Wiener Museumsquartier ausgestellt.

 

Die Mitarbeiter und die Familie Leopolds reagierten mit Bestürzung und Trauer auf die Nachricht vom «plötzlichen Ableben» des Sammlers. Er habe «in einzigartiger Weise für die Anerkennung der österreichischen Kunst des Expressionismus und im speziellen jene des Genies Egon Schiele gekämpft», hieß es in einer Aussendung des Museums.

 

Leopold hatte bis zuletzt versucht, Schieles Werk «Bildnis Wally» nach Österreich zurückzuholen, nachdem dieses während einer Werkschau des Expressionisten im Jahr 1998 in New York beschlagnahmt worden war. Immer wieder sah er sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass es in seinem Wiener Kunsttempel auch NS-Raubkunst gebe. Bereits 1994 hatte der Mann mit dem weißen Bart seine Sammlung in eine Privatstiftung eingebracht, wodurch diese fortan nicht mehr vom Restitutionsgesetz erfasst werden konnte. Jedoch sah er sich immer wieder von Erbengruppen angegriffen, die etwa Schieles «Häuser am Meer» zurückverlangen.

 

Der österreichische Vizekanzler Josef Pröll würdigte Leopold als bedeutenden Sammler und Stifter, betonte aber auch die Kontroversen, von denen seine Tätigkeit umgeben war. «Wir verlieren einen großen Österreicher», sagte er. Kulturministerin Claudia Schmied sprach von einem «im besten Sinne Besessenen, der mit klarem Blick für Strömungen und Zeitgeist» den Kunstmarkt der letzten Jahrzehnte beobachtet und geprägt habe.

 



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