| Mueller-Stahls große Bilderschau: «Kunst will Musik werden» Von Ulf Vogler, dpa |
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| Montag, 01. März 2010 um 11:26 Uhr | ||
Regensburg (dpa) - Er ist studierter Musiker, Autor, Maler und weltweit gefeierter Schauspieler. Trotzdem sieht sich Armin Mueller-Stahl nicht als Multitalent. «Diese Dinge fallen mir einfach sehrl eicht», sagte er am Sonntag bei der Eröffnung seiner bislang größten Kunstausstellung. Bis 6. Juni sind in der städtischen Regensburger Galerie «Leerer Beutel» rund 150 Bilder des 79-Jährigen zu sehen, darunter allein etwa 50 großformatige Leinwandgemälde. Die meisten Werke stammen aus den vergangen fünf Jahren. Oft hat Mueller-Stahl Motive aus Film und Theater verarbeitet, aber auch aktuelle politische Themen reflektiert er in seinem Atelier an der Ostsee.
Seit 2001 zeigt Mueller-Stahl seine Bilder in Ausstellungen, Premiere war damals im Filmmuseum Potsdam. Seitdem war seine Kunst in etlichen deutschen Städten, aber auch in Los Angeles, Rom und dem tschechischen Karlsbad zu sehen. Der Mime sieht sich allerdings nicht als Künstler, der vom Filmstudio zum Kunstatelier gekommen ist. Gemalt habe er schon sehr früh, sagt er. «Ich bin von der Malerei zum Schauspielen gekommen.»
Mittlerweile haben Leinwand und Pinsel bei Mueller-Stahl der Kamera den Rang abgelaufen. Für seine Fans, die ihn gerne weiterhinin großen Fernseh- und Kinoproduktionen sehen möchten, sind das keine guten Nachrichten. Er habe zwar etliche Rollenangebote und werde vielleicht auch noch einmal einen Film machen, aber generell möchte er das Filmen «auslaufen lassen».
Dabei lässt sich Mueller-Stahl beim Malen oftmals durch Kinostreifen inspirieren. Mehrere Bilder in der Ausstellung beziehen sich auf den im vergangenen Jahr in die Kinos gekommenen US-Thriller «Illuminati», in dem er einen Kardinal spielt. Der 79-Jährige hat seinen Schauspieler-Kollegen Tom Hanks porträtiert und düstere Filmszenen verewigt. Schon beim Drehen hätten ihn an dem Film insbesondere die Farben interessiert, verrät Mueller-Stahl.
In anderen Werkreihen setzt er sich mit Klassikern wie «Richard III.» oder dem «Urfaust» auseinander, alles Rollen, die er aus verschiedenen Gründen nicht spielen konnte. Auch der «Hamlet» zählt dazu: «Der Regisseur hat mich nicht genommen.»
Für den Künstler, der Ende der 70er Jahre wegen seines Protests gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns die DDR verlassen musste, zählt natürlich auch der 20. Jahrestag des Mauerfalls zu den Ereignissen, die er malerisch verarbeitet. Den Tod der Demonstrantin Neda Agha-Soltan, die beim Protest gegen das iranische Regime in Teheran erschossen wurde, hat Mueller-Stahl ebenfalls dargestellt. Das Malen sei wie eine Therapie, wenn ihn etwas bewegt, sagt der Künstler.«Damit werden Sie Dinge los.»
Bei dem Titel der Ausstellung «Alle Kunst will Musik werden» wird Mueller-Stahls Leidenschaft für Musik deutlich. «Ich glaube, dass Musik am ehesten Menschen erreicht», meint er. Die Malerei sei wie das Komponieren, es sei «immer ein musikalischer Vorgang». Auch zum Filmen sieht er Parallelen. Der Maler sei vor seiner Leinwand gleichzeitig Regisseur und Produzent - «alles in einer Person».
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