| Türckische Cammer in Dresden vor Öffnung |
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| Montag, 01. März 2010 um 20:47 Uhr | ||
resden (dpa) - Mit einem Festakt eröffnen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden an diesem Wochenende die Türckische Cammer im Residenzschloss. Damit ist die umfangreichste und größte Sammlung osmanischer Kunst in Deutschland erstmals seit 70 Jahren wieder in ihrer ganzen Fülle zu sehen. Von der Faszination des Orients zeugen etwa 600 Stücke orientalischer Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts aus der Rüstkammer, die sächsische Kurfürsten und Könige zusammentrugen. Der Freistaat investierte 5,7 Millionen Euro in die Ausstattung der neuen Dauerausstellung, die auch Einblicke in die historischen deutsch-türkischen Verbindungen gewähren soll.
«Die Türckische Cammer ist ein neues Glanzlicht in der sächsischen Sammlungsgeschichte. Es gibt weltweit kein Pendant», betonte Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) am Montag bei der offiziellen Präsentation. Die Sammlung stehe für die Weltoffenheit Sachsens. Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Martin Roth, nannte die Türckische Cammer einen «kulturellen Korridor», durch den auch viele Deutsche mit ausländischen Wurzeln aus Berlin oder dem Ruhrgebiet den Weg nach Dresden finden könnten.
Plakate der schönsten Exponate mit Wortspielen wie «Kültürdialog», «Kültürerbe» und «Kültüraustausch» machten seit Wochen bundesweit auf die Dresdner Schau neugierig. Die Moderatorin Nazan Eckes, Tochter türkischer Einwanderer, und der Schauspieler Adnan Maral, wurden als «Botschafter» der Türckischen Cammer gewonnen. An 1200 Dönerbuden in ganz Deutschland wird derzeit das gefüllte Fladenbrot in Dönertüten gesteckt, die auf Deutsch und Türkisch für die «größte Sammlung osmanischer Kunst in Deutschland» werben.
Die Türckische Cammer ist zugleich der erste Schritt zur Rückkehr der Rüstkammer ins Schloss. Die Waffen, Rüstungen, Kleidung und Reitzeuge umfassende Sammlung hat seit dem Zweiten Weltkrieg nur eine begrenzte Ausstellungsmöglichkeit in der Sempergalerie. In den nächsten Jahren sollen aus ihren umfangreichen Beständen Säle zum Turnierwesen, der Jagd, höfischen Festen sowie die Paraderäume von Barockfürst August dem Starken eingerichtet werden.
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