Wie viel Kultur braucht Dessau-Roßlau?
Podiumsdiskussion am 3. März 2010 um 17 Uhr im Bauhausgebäude beschäftigt sich
mit angekündigten Einsparungen im Kulturhaushalt der Stadt
Die Stadt Dessau-Roßlau hat am 11. Februar 2010 eine „Prüfliste zur Haushaltskonsolidierung“ angekündigt. Die Stadtverwaltung versteht sie als Reaktion auf das „reformierte Finanzaus- gleichsgesetz“ des Landes Sachsen-Anhalt, das Dessau-Roßlau Mindereinnahmen von 10,3 Millionen Euro im Vergleich zu 2009 beschert. Ab dem Jahr 2013 müssen demnach 13,5 Millio- nen Euro zusätzlich eingespart werden. Die Stadtverwaltung prüft derzeit „Konsolidierungsvor- schläge“, die unter anderem eine Reduzierung der Zuschüsse für das Anhaltische Theater um 3,5 Millionen Euro, aber auch die Schließung des Naturkundemuseums, Kürzungen bei der An- haltischen Landesbibliothek und das Streichen von Sporteinrichtungen zur Folge hätten. Als einer der größten Kulturträger der Stadt und als Leuchtturm mit bundesweiter und internatio- naler Ausstrahlung wird die Stiftung Bauhaus Dessau in Zusammenarbeit mit der Kurt-Weill- Gesellschaft aus aktuellem Anlass eine Podiumsdiskussion im Bauhausgebäude veranstalten. Thema dieses großen Stadtgesprächs am 3. März um 17 Uhr soll die Frage nach finanziellen Notwendigkeiten und dem Stellenwert der Kultur in einer schrumpfenden Stadt sein. „Wir sehen, dass das Verhältnis zwischen Bund, Ländern und Kommunen aus der Balance geraten ist. Des- sau-Roßlau ist beileibe kein Einzelfall,“ so der Direktor der Stiftung, Philipp Oswalt. „Unser Podium verstehen wir als Demonstration des Zusammenhalts in einer Krise, die die ganze Stadt betrifft – und als Suche nach neuen Wegen aus der Misere. Die Veranstaltung soll der Beginn sein für eine offene Diskussion von Ideen, wie sich Kommunen am Rande der politischen Aufmerksamkeit stär- ken können – um gemeinsam für ihren kulturellen Reichtum zu kämpfen.“
Erstmals stellt sich im Bauhausgebäude Oberbürgermeister Klemens Koschig in einer öffentlichen Debatte den Fragen zur Zukunft der Kulturstadt. Mit ihm diskutieren nach derzeitigem Stand der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, der Intendant des Kurt-Weill-Festes, Mi- chael Kaufmann, und der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport, Holger Schmidt. Walter Prigge und Ingolf Kern von der Stiftung Bauhaus Dessau moderieren das Ge- spräch, bei dem auch Interessierte und Bürger herzlich zur Beteiligung eingeladen sind.
Termin: 3. März 2010 um 17 Uhr, Bauhausgebäude, Gropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau
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