| Inés de Castro neue Chefin im Linden-Museum |
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| Mittwoch, 03. März 2010 um 19:19 Uhr | ||
Stuttgart (dpa/lsw) - Das renommierte Stuttgarter Linden-Museum ist jetzt in südamerikanischen Händen: Die bodenständige Argentinierin Inés de Castro leitet seit Anfang Februar das Völkerkundemuseum, das zu den bedeutendsten seiner Art in Europa gehört. «Die herausragende Sammlung und die Bündelung von Fachwissen aus aller Welt machen die Arbeit hier sehr spannend», sagte die Ethnologin am Mittwoch bei ihrer Vorstellung. Völkerkundemuseen litten europaweit unter sinkenden Besucherzahlen. Da sei es wichtig, sich auf die Chance der Vermittlung und Erklärung zu besinnen.
Sie sehe es als ihre Aufgabe, das Linden-Museum in Stuttgart und der Region stärker zu positionieren und zu einem Ort der Begegnung zu machen, sagte die adrett gekleidete Chefin. Die Wissensvermittlung für Kinder und Jugendliche will sie weiter ausbauen, aber nicht auf eine zu spielerische Weise: «Kinderaustellungen müssen schon fundiert sein.»
Die ersten Großprojekte unter ihrer Ägide: die Modernisierung des Museumsfoyers im Sommer und der Umzug von zwei Außendepots ans Löwentor Ende des Jahres. Daneben sind einige große Ausstellungen geplant, etwa zu «Indiens Tibet - Tibets Indien» (23.10.10-01.05.11) und zum 100-jährigen Bestehen des Linden-Museums (17.09.11.- 09.01.12).
Geboren wurde de Castro 1968 in Buenos Aires. Sie spricht Französisch, Spanisch und einige indianische Sprachen und hat die argentinische und die deutsche Staatsbürgerschaft. «Ich fühle mich aber mehr als Deutsche», sagt sie. In Bonn hat sie Ethnologie und Altamerikanistik studiert und anschließend promoviert.
Bevor de Castro die Nachfolge von Thomas Michel im Linden-Museum antrat, war sie Vize-Direktorin, Prokuristin und Kuratorin der ethnologischen Sammlungen des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim (Niedersachsen), mit dem sie sich jetzt auch sehr gut eine Kooperation vorstellen könnte. Ihr Forschungsschwerpunkt sind die Kulturen Mittelamerikas.
Kulturstaatssekretär Dietrich Birk (CDU) lobte die neue Chefin als «Persönlichkeit, die Kompetenz und Erfahrung aufweist». Sie sei im Bereich der Museen «exzellent vernetzt», was für eine erfolgreiche Arbeit sehr wichtig sei.
Das 1911 gegründete Linden-Museum zählt zu den größten Völkerkundemuseen Europas. Zu den erklärten Zielen gehört es, die Vielfalt menschlicher Kultur darzustellen. Dabei sollen alle Kulturen als gleichwertig betrachtet werden. Die sieben Themenschwerpunkte sind Afrika, Lateinamerika, Nordamerika, Islamischer Orient, Ostasien, Südasien und Südsee.
Internet: www.lindenmuseum.de
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