| Kunstausstellung zur Rolle der Treuhand |
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| Donnerstag, 04. März 2010 um 19:34 Uhr | ||
Jena (dpa/th) - Die umstrittene Rolle der Treuhand im wiedervereinigten Deutschland aus Sicht des Künstlers Andreas Siekmann präsentiert seit Donnerstag das Stadtmuseum Jena. Unter dem Titel «Nachverhandlungen: Faustpfand, Treuhand und die unsichtbare Hand» thematisiere der Berliner in Skulpturen und Installationen die Umstrukturierung der DDR-Wirtschaft, teilte das Museum mit. Von März 1990 bis Dezember 1994 privatisierte die Treuhand an die 3800 Betriebe - außerhalb der parlamentarischen Kontrolle. Die Folge waren der Zusammenbruch ganzer Industriezweige im Osten und Tausende Arbeitslose. Die Ausstellung in Jena läuft bis zum 16. Mai.
Im Zentrum der Ausstellung steht ein Theatrum mundi. Solche mechanischen Theater wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auch von arbeitslosen Bergarbeitern in Thüringen und Sachsen gebaut, um Naturkatastrophen oder bedeutende Weltereignisse darzustellen. Siekmann thematisiere hingegen mit seinem «Welttheater» die Mechanismen der ökonomischen Verdrängung. Er nutzt dafür Abbilder originaler Handlungsorte.
Siekmann, Jahrgang 1961, dessen Werke unter anderem auf der documenta 12 in Kassel Aufmerksamkeit erregten, untersucht in seinen Arbeiten politische, gesellschaftliche oder soziokulturelle Prozesse und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. In seinen oftmals erzählerischen Skulpturen und Installationen verdichtet er die Zusammenhänge in einprägsame Bilder, die er aus Beobachtungen, Analysen und Gesprächen entwickelt.
Internet: www.jenakultur.de
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