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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Preußens Gloria: Deutschland huldigt Königin Luise Von Esteban Engel, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 04. März 2010 um 19:34 Uhr

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Berlin (dpa/bb) - Sie wurde als «Mutter der Nation» und «Schönste der Schönen» gefeiert: Preußens Königin Luise (1776-1810) war schon zu Lebzeiten eine Legendengestalt. Zum Auftakt der Feiern zum 200. Todestag der «Königin der Herzen» am 19. Juli dokumentiert eine Ausstellung von diesem Freitag an (bis 31. Mai) Leben und Wirken Luises, die neben Friedrich dem Großen die herausragende Persönlichkeit der Hohenzollern-Dynastie war.

 

«Luise. Leben und Mythos der Königin» - unter diesem Titel bietet die Schau in Schloss Charlottenburg sowie im Mausoleum und in der rekonstruierten Luisenwohnung mit mehr als 350 Gemälden, Skulpturen, Dokumenten und Alltagsobjekten Einblick in das kurze Leben der Monarchin und zeichnet ihre Verehrung im 19. und 20. Jahrhundert nach. «Nur wenigen Glücklichen ist ein so reiches Leben nach dem Tode beschieden gewesen», beschrieb der Historiker Heinrich von Treitschke den Luisenkult im Deutschen Reich.

 

Ob in Matthias Koeppels Gemälde «Requiem für Luise» (1984), das die Popsängerinnen Inga und Anette Humpe in knappen Höschen mit Sonnenbrille und «Ghettoblaster» vor Luises Mausoleum zeigt, als Gegenspielerin von Kaiser Napoleon oder treusorgende Gattin an der Seite Friedrich Wilhelms III. im NS-Durchhaltefilm «Kolberg» - seit zwei Jahrhunderten ist die Gestalt der Monarchin, die nur 34 Jahre alt wurde, Projektionsfläche für Sehnsüchte, Allmachtsfantasien oder Inbegriff der «deutschen Frau».

 

So widmet sich die Ausstellung zur Hälfte Luises kurzem Leben, die andere Hälfte spürt ihrer Wirkung nach - von der «Unvergessenen», die in der Weimarer Republik als Ikone der Monarchisten herhalten musste, bis zur Symbolfigur für die Vereinbarkeit von Haushalt und Beruf, wie es der Generaldirektor der Preußischen Schlösserstiftung, Hartmut Dorgerloh, ausdrückte.

 

Dabei hatte Luise, wie die Schau im Neuen Schlossflügel mit Porträts und Büsten zeigt, durchaus die Anmutung einer preußischen «Lady Di». Das um Haartracht und Halspartie gewickelte Tuch setzte einen Modetrend. Am Hofe tanzte Luise sehr zum Missfallen der Hohenzollern-Familie den verpönten Wiener Walzer und mit ihrem Ehemann war sie per «Du» - eine für die Zeit ungehörige Anrede unter den Herrschaften. Als Vorbild «tugendhafter Häuslichkeit» beschrieb Dichter Novalis das bürgerlich anmutende Eheleben des Königspaares.

Von der Französischen Revolution bis zum Beginn der preußischen Reformen - das Leben der dritten Tochter des Herzogs Karl Ludwig Friedrich II. zu Mecklenburg-Strelitz umfasst eine der bewegtesten Zeitspannen des 18. und 19. Jahrhunderts in Europa.

 

Die lebenslustige Frau erwies sich für ihren grüblerischen Gemahl als wichtige Stütze und Entscheidungshilfe, auch wenn ihre politische Rolle, etwa beim Friedensschluss von Tilsit mit Napoleon 1807, eher überschätzt wird. «Ich komme, ich fliege nach Tilsit, wenn Du glaubst, dass ich etwas Gutes wirken kann», schrieb sie ihrem Ehemann vor der Abreise.

 

Allerdings konnte die «Amazone», wie sie Napoleon nannte, den Untergang Preußens als Großmacht nicht aufhalten. Die Bilder jener Zeit zeigen sie bei der Begegnung mit dem Franzosen als preußischen Friedensengel, Gatte Friedrich Wilhelm bleibt im Hintergrund.

 

Doch Luises Aura strahlte auch danach und bis zum ihrem Tod 1810 als Folge einer Lungenentzündung weiter. Tausende begleiteten ihr Begräbnis, ihr Ableben wurde zum «Opfertod» stilisiert, mit dem Deutschnationale später die «Erbfeindschaft» zu Frankreich begründeten. Preußens Sieg über Frankreich 1870/71 wurde als späte «Rache» für den plötzlichen Tod der Kaisermutter gedeutet, die Nationalsozialisten sahe sie als «Reichsgründerin».

 

Ein Gemälde Anton von Werners zeigt Kaiser Wilhelm im stummer Andacht vor dem Sarkophag der Mutter, ein Lichtstrahl fällt auf ihr steinernes Haupt, als käme er direkt von Gott. Es ist ein solches Bild, das bis heute von der Königin besteht oder wie es Ausstellungskurator Rudolf Scharmann im Katalog beschreibt: Luise gehöre zum Preußen von Humboldt, Hegel und Schinkel, zu einem «Traumland der Kunst, des Mythos und der Melancholie».

 

Internet: www.spsg.de

 

 



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