| Thüringer Archive zeigen ihre Schätze |
|
|
|
| Freitag, 05. März 2010 um 21:33 Uhr | ||
Erfurt/Meiningen (dpa/th) - Neun Archive in Thüringen öffnen an diesem Samstag zum «Tag der Archive» ihre Schatztruhen. In Erfurt, Meiningen, Suhl, Schmalkalden, Sonneberg und Sömmerda können Besucher bei Magazinführungen verborgene Kostbarkeiten kennenlernen, teilte der Thüringer Archivverband am Freitag mit. Das Staatsarchiv Meiningen bietet neben Führungen zwei Ausstellungen zu Meininger Schulen und die Dunkelgräfin von Hildburghausen, deren rätselhafte Herkunft bis heute die Gemüter bewegt. Auch das Stadtarchiv Meiningen beteiligt sich an dem 5. deutschlandweiten Archivtag, an dem 300 Einrichtungen in 134 Orten Einblicke in ihre Arbeit geben.
Dass auch jüngere Geschichte spannend ist, wollen in Erfurt die Außenstelle der Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen und das Archiv des Bistums beweisen. «Westpolitiker privat in Thüringen» und «Sicherungsbereich DDR» mit Dokumenten zu Geschichte, Struktur und Methoden der Stasi im Bezirk Erfurt heißen zwei Schwerpunkte in den Räumen von Thüringens Stasi-Beauftragten Hildigund Neubert. Das Bistumsarchiv zeige Filmdokumente über kirchliche Ereignisse in Erfurt von 1937 bis zur friedlichen Revolution 1989/1990, die inzwischen digitalisiert wurden, sagte Archivdirektor Michael Matscha. Darunter sind Aufnahmen vom Friedensgebet in der Lorenzkirche im November 1989 und der Auftritt von CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl im Volkskammerwahlkampf am 22. Februar 1990. Ort der Vorführungen ist die Katholisch-Theologische Fakultät. Das Seelsorgeamt bietet zudem für 5,00 Euro einen Zusammenschnitt der Ereignisse 1989/1990 mit dem Titel «Wendeschleifen» an.
Vor allem in Südthüringen kommen Geschichtsinteressierte auf ihre Kosten. «Verborgenem auf der Spur» heißt es auch im Stadt- und Kreisarchiv Schmalkalden. Die Mitarbeiter präsentieren neue Funde, geben Hinweise zur Familienforschung und machen Angebote für Geburts- und Jubiläumszeitungen.
Das Archiv in Sonneberg hat eine Ausstellung und einen Vortrag zur Geschichte und Geschichten um die verfüllten Kellerräume der Woolworth-Ruine am Bahnhof vorbereitet und organisiert einen Bücherflohmarkt zugunsten des eingestürzten Kölner Stadtarchivs. Im Neuen Rathaus haben Neugierige die einmalige Gelegenheit, sich Originalbaupläne, Akten, Fotos und Zeitungen anzuschauen. Familienforschung und Schriftkunde gehören zum Angebot des Stadtarchivs Suhl. In der Werkstatt können Besucher dem Buchbinder über die Schulter schauen.
Viele andere Thüringer Archive zeigen ihre Schätze allerdings erst zu den Museumstagen oder am Denkmaltag. Das Hauptstaatsarchiv Weimar beispielsweise hat nach Auskunft eines Sprechers die Erfahrung gemacht, dass bei der «Langen Nacht der Museen» viele Schaulustige auch vor seiner Tür stehen.
Internet: www.thueringen.de/de/staatsarchive
|
























































