| Weimar ringt um Standort für Bauhaus-Museum |
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| Freitag, 05. März 2010 um 21:33 Uhr | ||
Weimar (dpa/th) - Weimar ringt um den Standort für ein neues Bauhaus-Museum - und versteht die Diskussion auch als einmalige Chance für die Stadtentwicklung. Dies ist das Fazit einer öffentlichen Anhörung der Klassik Stiftung Weimar am Freitag mit unterschiedlichen Interessengruppen. Seit mehr als zwei Jahren wird heftig diskutiert und verworfen. Von den ehemals untersuchten zehn Standorten sind noch zwei im Rennen. Präsident Hellmut Seemann bevorzugt den alten Standort am Theaterplatz, der Stadtrat einen Neubau nahe Weimarhalle und Neuem Museum. Bis Sommer - so hoffen Seemann und Kultusstaatssekretär Thomas Deufel - sollte die Frage entschieden sein.
Bund und Land geben zusammen für das Projekt 22 bis 23 Millionen Euro «Es werden bestimmt nicht mehr», sagte Deufel. Noch dieses Jahr muss ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Das neue Bauhaus-Museum soll neben den exzellenten Zeugnissen aus der frühen Zeit der 1919 gegründeten Designs- und Architekturschule auch die Geschichte des funktionalen Gestaltens dokumentieren, die bereits im Klassizismus - und damit in der klassischen Zeit Weimars begonnen habe, sagte Kunstwissenschaftlerin Ulrike Bestgen. «Man darf nicht Klassik gegen Bauhaus ausspielen, sondern muss beiden sehen», mahnte sie.
Im Sommer 2009 schien die Lösung bereits zum Greifen nah. Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung empfahl der Stadt, sich für den alten Standort gegenüber des Goethe- und Schiller-Denkmals zu entscheiden. Die Abgeordneten und auch viele Bürger liefen dagegen Sturm, so dass Anfang 2010 erneut diskutiert wurde, unter anderem auch über einen Bau nahe der Bauhaus-Universität beim Ilmpark. Dies hätte aber auch die Hüter des Weltkulturerbes auf den Plan rufen können. Bei den beiden anderen Vorschlägen haben sie dagegen keine Bedenken.
«Wo sie jetzt die Nadel hinsetzen, dort wird sich das Gefüge verschieben», sagte Alexander Schmidt, Experte für Stadtentwicklung an der Universität Duisburg. Stadtentwicklung sei nichts Starres, sondern habe immer auch etwas mit Kontrasten und Widersprüchen zu tun. Wenn das Museum attraktiv ist, würden damit auch bisher vernachlässigte Areale um das ehemalige NS-Gauforum und das Neue Museum erschlossen. Ein Gedanke, dem sich viele der Zuhörer anzuschließen schienen. Es müsse dann aber von der Stadt richtig Geld in die Hand genommen werden, um eine attraktive Kulturachse von den Dichterhäusern, dem Nationaltheater bis zum Bahnhof entstehen zu lassen.
Internet: www.klassik-stiftung.de
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