| Vortrag über einen ungewöhnlichen Herzog am 11.3.2010 |
|
|
|
| Samstag, 06. März 2010 um 08:04 Uhr | ||
August im März – Vortrag über einen ungewöhnlichen Herzog am 11.3.2010
30. Schlossgespräch des Freundeskreises Schlossmuseum Schloss Friedenstein Gotha e. V. Marco Karthe M.A.: „Angenehm und widerwärtig zugleich“ – Herzog Emil August von Sachsen-Gotha-Altenburg Ausstellungshalle Schloss Friedenstein Donnerstag, 11. März 2010, 19 Uhr
Im Rahmen der vom Freundeskreis Schlossmuseum Schloss Friedenstein Gotha e. V. initiierten Schlossgespräche gibt es am kommenden Donnerstag, 11. März 2010, um 19 Uhr einen Vortrag über einen der originellsten und irritierendsten Herzöge Gothas, der zugleich aber auch einer der kunstsinnigsten war. Marco Karthe, Pressereferent im Referat Kommunikation der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und studierter Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler spricht über Herzog Emil August von Sachsen-Gotha-Altenburg, von dem Goethe sagte, er sei „angenehm und widerwärtig zugleich“.
Herzog (Emil Leopold) August von Sachsen-Gotha-Altenburg sticht aus der Reihe der Gothaer Herzöge deutlich heraus. Ihm verdankt das Schloss neben den eigenwilligen Räumen im Westflügel auch die Vielfalt der Kunstsammlungen, insbesondere der Antikensammlung, der Ägyptischen Sammlungen und der einmaligen Fächersammlung. Jedoch fehlt es bisher an einer Biografie bzw. einer Aufarbeitung seines Lebens, wodurch wohl auch manche der vielen Anekdoten erklärt und relativiert werden könnten. Die Zwiespältigkeit dieser „buntschillernden Menschenerscheinung“ wird unterdessen wohl kaum zu erklären sein, ähnlich wie bei König Ludwig II. von Bayern. Auch dem Gothaer Herzog Emil August schienen die Schranken der Wirklichkeit zu eng und er ertrug sie nur widerwillig. Daher flüchtete er ebenso in die Zauberwelt seiner Träume und Wünsche wie der spätere bayerische König. Bei den Zeitgenossen eckte August häufig wegen seiner unkonventionellen Art an. So gab er bspw. die Audienzen gern in Damenkleidern oder träumte sich in seinen Romanen, von denen nur einer veröffentlicht wurde, in ein Paradies fern des strengen Hofreglements. Mit zahlreichen Künstlern und Literaten stand er im engen Kontakt. Außerdem verehrte er schwärmerisch Napoleon, den er 1807 bei einem großen Empfang im Schloss begrüßen durfte. Bei dieser Gelegenheit sicherte sich Emil August gleich einen Hut aus Napoleons Besitz, in dem er einen Kammerdiener mit einer goldenen Dose bestach. So besitzt das Schloss noch heute einer der seltenen originalen Hüte Napoleons, der in der neuen Kunstkammer präsentiert wird.
Im Rahmen des 30. Schlossgespräches gibt Marco Karthe einen kleinen Einblick in das Leben dieses Herzogs und versucht seine Zwiespältigkeit zu erklären. |

























































