| Seehofer mahnt Werte an - Libeskind geehrt |
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| Montag, 08. März 2010 um 13:57 Uhr | ||
Augsburg (dpa) - Zur Eröffnung der «Woche der Brüderlichkeit» hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Sonntag Werte und Maßstäbe für das gesellschaftliche Miteinander angemahnt. Angesichts «verlorener Wertebindung bei Finanzgeschäften, Zügellosigkeit und Gewaltverbrechen, schockierenden Kindesmissbrauchs und überspitzten Satiredarstellungen» scheine es, als habe die Gesellschaft ihre Maßstäbe verloren, sagte Seehofer.
Der bayerische Regierungschef sprach unter anderem über das Gewaltverbrechen an dem Münchner Dominik Brunner an, der sich schützend vor Kinder gestellt habe und dafür zu Tode getreten worden sei. Es gelte, Maßstäbe in der Gesellschaft wieder erfahrbar zu machen, sie seien «echte Hilfe für ein sinnerfülltes Leben».
Die «Woche der Brüderlichkeit» steht bis zum 14. März unter dem Motto «Verlorene Maßstäbe». Bei bundesweiten Veranstaltungen soll der christlich-jüdische Dialog vertieft werden.
Der amerikanische Architekt Daniel Libeskind wurde dieses Jahr mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrt. Von ihm stammt unter anderem das Jüdische Museum in Berlin.
Katrin Göring-Eckardt, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, sagte in ihrer Laudatio, Libeskind sei ein «versöhnender Grenzgänger zwischen jüdischer und christlicher Kultur». Er stehe für eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Geschichte, seine Museumsbauten seien «Erinnerungskultur». Sie erinnerten durch ihre Präsenz daran, dass es keinen Schlussstrich unter Vergangenes wie das «unverjährbare Menschheitsverbrechen der Shoa» geben könne.
Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird seit 1968 an Menschen verliehen, die sich um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Unter den bisherigen Trägern waren zum Beispiel der Geiger Yehudi Menuhin oder Ex-Außenminister Joschka Fischer.
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