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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Im Revier wackeln die Kulturetats - trotz Ruhr.2010 Von Patricia Liebling, dpa PDF Drucken E-Mail
Montag, 08. März 2010 um 13:57 Uhr

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Dortmund/Essen (dpa/lnw) - Mitten im Kulturhauptstadtjahr kämpfen die Städte im Ruhrgebiet mit ihren Haushalten. Mehrere Kommunen befinden sich in Nothaushalten. Für eigene Entscheidungen bleibt kaum Raum. Ohne Einwilligung der zuständigen Bezirksregierungen dürfen die betroffenen Städte nichts genehmigen. Das gilt auch für die Kulturetats. Die Folge: Die Schließung von Museen wird diskutiert, das Kursprogramm von Volkshochschulen gekürzt und Eintrittsgelder angehoben, um Einrichtungen vor dem Kollaps zu bewahren.

 

Die großen Projekte der Europäischen Kulturhauptstadt bleiben unterdessen unberührt von den Kürzungsplänen. Der Veranstalter, die Ruhr.2010 GmbH, kann mit seinem Etat von rund 63 Millionen Euro alle Projekte wie etwa das Kulturfest auf der A 40 und den ruhrgebietsweiten Tag der Chöre bestreiten. Lediglich das Projekt «Zollverein unter Tage» wurde gestrichen, da die Veranstalter bei finanziellen Kürzungen Qualitätseinbußen befürchteten.

 

Trotz Ruhr.2010 sieht es bei den Kommunen in Sachen Kulturetats eng aus. Beispiel Mülheim an der Ruhr: Bis zum Jahr 2013 sollen in der Kultur drei Millionen Euro eingespart werden. Das sei bei einem Etat von etwa 13 Millionen Euro die maximale Einsparmöglichkeit, sagt Kulturdezernent Peter Vermeulen (CDU). Neben geplanten Einschnitten bei den Angeboten von Volkshochschule und Musikschule wird nun auch die Schließung des Kunstmuseums diskutiert, das erst im letzten Jahr umgebaut wurde.

 

In Dortmund will man um Schließungen von Einrichtungen herumkommen, sagt Kulturdezernent und Kämmerer Jörg Stüdemann (SPD). Doch auch Dortmund muss sparen, um den Nothaushalt zu verhindern und seine Unabhängigkeit zu wahren. Theater und Kulturbetriebe sollen 2010 bzw. in der kommenden Spielzeit 2010/11 mit insgesamt rund zwei Millionen Euro weniger auskommen. Und auch sonst regiert das Wort «weniger»: weniger Premieren, weniger Symphoniekonzerte, weniger Angebote der Volkshochschule und der Musikschule, weniger Stellen in der Verwaltung. Ob nicht noch stärkere Einschnitte nötig sind, ist noch offen.

 

In anderen Städten sorgen Haushaltssicherungskonzepte für gekürzte Etats. Wie etwa in Bochum, wo schon die Bezirksregierung bestimmt. Mit 48 Millionen Euro stehen dem Bereich Kultur im laufenden Jahr 2,5 Millionen Euro weniger zur Verfügung als noch 2009. Zusätzliche Einschnitte drohen, da die Kommunalaufsicht weitere Einsparungen fordert. Schon jetzt ist klar, dass das Kulturbudget 2015 aufgrund des Haushaltssicherungskonzeptes um 20 Prozent geringer sein soll als 2009. Kulturdezernent Michael Townsend (SPD): «Wenn wir weiter sparen müssen, müssen Einrichtungen geschlossen werden.»

 

Auch Essen kämpft. Schafft die Stadt es nicht, ihren Haushalt zu verbessern, droht auch ihr ein Nothaushalt. In der vergangenen Woche stellte die Stadtverwaltung ihre Sparpläne vor. In der Kultur sollen etwa die Gebühren für die Musikschule und Kurse der Volkshochschule erhöht werden, einige Kurse sollen ganz wegfallen. Wie hoch der Kulturetat 2010 genau ist, dazu will sich Kulturdezernent Andreas Bomheuer (parteilos) bislang noch nicht äußern. Er verweist lediglich auf den rund 78 Millionen Euro hohen Etat von 2008. Klar ist: Falls es in diesem Jahr zu stärkeren Einschnitten bei der Kultur kommt, sollen die Zuschüsse für die freie Szene als Erstes gestrichen werden.

 

Auch in Unna muss der Kulturetat schrumpfen - bis 2014 um knapp 30 Prozent gegenüber 2009 auf 2,2 Millionen Euro. Am härtesten trifft es die Internationale Komponistinnenbibliothek. Die 1989 gegründete Bibliothek soll geschlossen werden. Wann genau, kann Kulturdezernent Axel Sedlack (SPD) noch nicht sagen, aber «es läuft an».

 

Auch kleinere von den Städten geplante Kulturhauptstadt-Projekte bleiben nicht verschont. Trotz der Zuschüsse des Landes Nordrhein-Westfalen sind in manchen Städten nicht alle Projekte realisierbar. «Die Städte stehen vor schmerzhaften Entscheidungen», sagt der Kulturchef des Regionalverbandes Ruhr (RVR), Dieter Nellen. Unna etwa will bei den Projekten 80 000 Euro sparen. Dadurch fallen ein Familiennachmittag im Kurpark, ein Prominententalk und ein Wettkochen weg.

 

Und was passiert mit den Kulturetats nach Ruhr.2010? «Es soll kein Sturzflug entstehen», sagt Nellen. Die Finanzprobleme könne man nicht ausblenden, aber es müsse entschieden werden, welches Erbe fortgeführt werde, erklärt er. Dazu hat der RVR einen Masterplan Kultur erstellt, der sich mit den Grundlagen für die zukünftige kulturelle Entwicklung der Region beschäftigt.

 

Die klammen Kassen werden derweil auch selbst schon Thema von Kunst: In Oberhausen kommt am 16. März das Stück «Abseitsfalle» über die Finanznot im Ruhrgebiet auf die Bühne. Ein fiktiver Investor will entweder den Fußballverein oder das Theater finanzieren. Fußball und Theater treten gegeneinander an...


 



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