| Zwangsversteigerung von Schlemmerhaus gescheitert |
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| Mittwoch, 10. März 2010 um 10:58 Uhr | ||
Freiburg (dpa/lsw) - Kaum war der Zuschlag erteilt, war er auch schon wieder weg: Die Zwangsversteigerung des Hauses von Bauhauskünstler Oskar Schlemmer (1888-1943) ist vorerst gescheitert und geht vermutlich in eine neue Runde. Ein Berliner Rechtsanwalt hatte das Refugium des Malers im südbadischen Badenweiler-Sehringen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) erst in der vergangenen Woche ersteigert. Kurz vor Ablauf des Zuschlagstermins am Montagnachmittag sei aber ein Antrag auf vorläufige Einstellung der Zwangsversteigerung eingegangen, sagte ein Sprecher des Freiburger Amtsgerichts.
Der Antrag stammt von der Enkelin Schlemmers, die auch die Zwangsversteigerung in die Wege geleitet hatte. Wahrscheinlich sei nun, dass es Ende Mai einen neuen Termin für eine Zwangsversteigerung geben werde, sagte der Sprecher weiter. Zuerst müsse aber abgewartet werden, ob gegen die Einstellung Rechtsmittel eingelegt würden. Hintergrund der Zwangsversteigerung ist ein jahrelanger Streit zwischen der Schlemmer-Enkelin, ihrer Anfang des Jahres verstorbenen Tante und deren Sohn um den Nachlass des Bauhaus-Meisters.
Der Berliner Anwalt hatte das Holzhaus, das seit vielen Jahren unbewohnt und dringend sanierungsbedürftig ist, für mehr als das Doppelte seines Schätzwertes ersteigert. Seine Kanzlei hatte vor einigen Jahren die Tante und deren Sohn juristisch vertreten.
Schlemmer hatte das Anwesen 1937 selbst gebaut und zwei Jahre lang zwischen 1938 und 1940 mit seiner Familie auch bewohnt. Oskar Schlemmer gehörte zu den Hauptvertretern des Bauhauses und wurde 1933 von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot belegt. Er starb 1943 in Baden-Baden.
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