| Land Berlin will Räumung des Tacheles verhindern (Mit Bild) |
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| Mittwoch, 10. März 2010 um 10:58 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Das Land Berlin will eine Zwangsräumung des Künstlerhauses Tacheles verhindern. Das machte Kulturstaatssekretär André Schmitz am Montag bei einem Rundgang in dem Kulturzentrum deutlich. «Das Tacheles braucht einen Mietvertrag», betonte Schmitz. Er halte es für eine Fehleinschätzung der HSH Nordbank, dass ein Investor das Gelände an der Oranienburger Straße nur kaufen wolle, wenn es geräumt sei. Das Tacheles feiert gerade sein 20-jähriges Bestehen, kämpft aber um seine Existenz. Die Kaufhausruine gilt als große Touristenattraktion.
Schmitz appellierte an den Hamburger Regierungschef Ole von Beust (CDU), die Politik habe eine Mitverantwortung für den Kulturstandort. Die Bilder von einer Räumung könnten nicht im Interesse eines Investors sein, sagte er. Hamburg ist Anteilseigener der HSH Nordbank. Anfang Februar hatten Künstler des Tacheles im Rathaus der Hansestadt 70 000 Unterschriften für den Erhalt des kreativen Zentrums übergeben. Schmitz besuchte mehrere Ateliers und informierte sich über die Arbeitsbedingungen der Künstler. Dass das hoch verschuldete Berlin selbst das Tacheles kauft, sei nicht möglich. «Das ist angesichts unserer Haushaltslage ausgeschlossen.» Schmitz lobte das Tacheles als Kulturstandort mit 30 Ateliers, Theater- und Proberäumen, die von renommierten Ensembles genutzt würden. «Das ist überhaupt keine Schmuddelbude», sagte er.
Hintergrund für die drohende Räumung ist, dass die zur Fundus- Gruppe gehörende Johannishof Projektentwicklung als Eigentümerin des mehr als 22 000 Quadratmeter großen Areals Schulden bei der HSH Nordbank hat. Ein Termin für die Zwangsversteigerung oder die Räumung gibt es laut Tacheles noch nicht.
Internet: www.tacheles.de
Mehr über das Tacheles auf Artefacti.
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