| Streit um Brunnenkunst - Wellen schlagen hoch |
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| Mittwoch, 10. März 2010 um 10:58 Uhr | ||
Bodenmais (dpa/lby) - Im Streit um eine Brunnenskulptur schlagen im niederbayerischen Bodenmais die Wellen hoch. Weil der Brunnen nicht funktioniere und niemandem gefalle, will die Marktgemeinde ihn komplett abbauen. Der Gemeinderat habe dies am Montagabend einstimmig beschlossen, berichtete Bürgermeister Michael Adam (SPD) am Dienstag. Der Künstler Gerhard Kadletz aus Landau wehrt sich jedoch dagegen: Er sieht eine Verletzung des Urheberrechts und hat die Kommune verklagt.
«Das kann ich mir nicht gefallen lassen», sagte Kadletz der dpa und bestätigte damit einen Bericht der «Bild»-Zeitung (Dienstag). Bei dem Werk, das ursprünglich ein Metallgestell in Form eines Kristalls trug, handele es sich um einen der schönsten von ihm gefertigten Brunnen. Der Streit hat eine lange Vorgeschichte: Schon 1995 waren die Bürger in Bodenmais (Landkreis Regen) bei einer Befragung gegen die Skulptur. Dennoch wurde sie aufgestellt, und die Gemeinde bezahlte 150 000 Mark (rund 76 700 Euro) dafür. Doch der Brunnen habe nie richtig funktioniert, sagt Adam: So seien die Düsen bald verstopft gewesen, im Winter habe Eis das Metallgestänge verbogen. Die Reparaturen hätten immer wieder zusätzliche Kosten verursacht. Bereits 2006 wurde der Kristall-Aufsatz noch unter Adams Vorgänger abgebaut, stattdessen wurde auf dem Sockel ein Ring angebracht.
Kadletz hat dies nach eigenen Worten erst kürzlich erfahren. «Man darf ein Kunstwerk nicht einfach verändern», sagte er. Das räumt auch Bürgermeister Adam ein: Man müsse den Brunnen entweder wieder komplett aufbauen oder ganz entfernen. «Aber wenn wir ihn wieder aufbauen, werde ich von den Bürgern mit brennenden Fackeln aus dem Ort getrieben.» Denn niemand wolle den Brunnen haben. Deshalb solle er nun komplett abgebaut werden.
Kadletz verlangt in seiner Klage vor dem Landgericht München dagegen die Wiederherstellung des Kunstwerks. Außerdem will er eine Entschädigung, deren Höhe das Gericht festlegen soll - ursprünglich war sogar von 100 000 Euro die Rede gewesen. Die Gemeinde will sich aber nicht einschüchtern lassen. «Dem sehen wir gelassen entgegen», sagte Bürgermeister Adam.
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