| «Schönstes Museum» - Folkwang-Museum erinnert an Kunst-Verluste |
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| Mittwoch, 10. März 2010 um 10:58 Uhr | ||
Essen (dpa/lnw) - Mit einer umfangreichen Ausstellung erinnert das Essener Museum Folkwang an seine großen Verluste durch die Beschlagnahme «entarteter» Kunst in der NS-Zeit. Erstmals nach über 70 Jahren werden während der ab 20. März geöffneten Präsentation «Das schönste Museum der Welt» rund 30 Meisterwerke moderner Malerei als Leihgaben aus aller Welt wieder in Essen zu sehen sein. Dies teilte Museumsdirektor Hartwig Fischer am Dienstag mit. Nie zuvor habe sich ein Museum so umfangreich mit diesem dunklen Kapitel seiner Vergangenheit beschäftigt.
Insgesamt 1400 Kunstwerke hatten die NS-Machthaber 1937 aus dem Museum Folkwang «legal konfisziert und legal verkauft», sagte Fischer. Rund 400 Exponate, darunter etwa 60 Spitzengemälde, sollen in der bis 25. Juli zu sehenden Schau den früheren Glanz der traditionsreichen Sammlung deutlich machen. Seit ihrer Gründung 1902 durch den Hagener Sammler Karl Ernst Osthaus gilt sie als erstes Museum der Moderne in Deutschland.
Nur ein geringer Teil der durch die NS-Beschlagnahme etwa in die Schweiz oder USA gelangten Bilder von Kirchner und Chagall, Marc oder Cezanne habe nach dem Krieg zurückgekauft werden können, sagte Fischer. Mit dieser ersten Sonderausstellung seit Neueröffnung des Folkwang-Museums sei allerdings kein nostalgischer Blick zurück verbunden: «Wir wollen uns damit der eigenen Herkunft versichern und die Kriterien für die künftige Arbeit schärfen.»
Zu den in Essen erwarteten herausragenden Leihgaben gehören eine «Improvisation» (1912) von Wassily Kandinsky aus dem New Yorker Guggenheim-Museum, Marc Chagalls jüdisches Festtags-Motiv «Purim» aus dem Kunstmuseum von Philadelphia oder Franz Marcs expressionistisches Meisterwerk «Weidende Pferde» von 1911 aus dem amerikanischen Busch- Reisinger-Museum in Harvard. Als gleichwertig gemäß den Absichten des Sammlers Osthaus sollen traditionelle Kunstwerke aus Ozeanien, Asien oder Altägypten neben den Stücken der Klassischen Moderne zu sehen sein.
Internet: www.museum-folkwang.de
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