| Design-Schau zum legendären Sportwagen Melkus |
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| Donnerstag, 11. März 2010 um 06:39 Uhr | ||
Dresden (dpa) - Der legendäre DDR-Sportwagen Melkus wird zum Kunstobjekt. Von diesem Donnerstag an können Fans die Entwicklung des Wagens in einer Design-Schau der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sehen. Neben vielen Zeichnungen und Modellen sind auch originale Wagen zu sehen, darunter das neueste Modell RS 2000. Jährlich sollen in Dresden 25 Exemplare des 107 000 Euro teuren Flitzers mit Flügeltüren entstehen. Neben einer 270 PS starken Straßenversion wird.
auch ein mehr als 300 PS starkes Rennauto aufgelegt. Zwölf Mitarbeiter bauen den neuen Melkus in Handarbeit. «Wir sind ausgebucht», sagte der Technische Leiter der Melkus Sportwagen GmbH, Peter Melkus, am Mittwoch kurz vor Eröffnung der Ausstellung. Der erste RS 2000 soll noch im März ausgeliefert werden.
Kunstsammlungschef Martin Roth nannte die Schau eine «Hommage an die Familie Melkus». Tatsächlich schrieb sie ein Stück automobiler Geschichte im Osten Deutschlands, auch im Rennsport. Heinz Melkus (1928-2005) errang sechs DDR-Meistertitel und dreimal den «Pokal für Frieden und Freundschaft» - das wichtigste Rennen in den früheren Ostblockstaaten. Sohn Ulli Melkus wurde bis zu seinem tödlichen Unfall 1990 fünfmal Meister im Osten Deutschlands. Neben Peter Melkus sind heute noch sein Sohn Sepp Melkus und Ullis Sohn Ronny Melkus im Geschäft. Der neue Wagen richtet sich an drei Zielgruppen: Sammler, sportlich ambitionierte Fahrer und an «Wiederholungstäter» - Leute, die schon den «DDR-Ferrari» RS 1000 besaßen. Laut Peter Melkus gibt es Anfragen aus ganz Europa und der Golfregion.
Für die Kunstsammlungen soll die PS-starke Schau zugleich eine Initialzündung konzeptioneller Art sein. «Diese Ausstellung zum Automobildesign ist der Einstieg in die Diskussion um die Weiterentwicklung des Kunstgewerbemuseums», sagte Roth: «Wir brauchen ein Forum, das sich auch der zeitgenössischen Produktgestaltung zuwendet.» Bis 16. Mai bekommen Besucher der Melkus-Schau zudem eine Vorstellung davon, wohin die Reise der DDR-Autos hätte gehen können. Zeichnungen für eine Coupé-Version und einen Roadster auf Basis des Wartburg 353 lagen bei Melkus in der Schublade. Der RS 1000 war damals auf internationalen Ausstellungen auch im Westen zu sehen. Dass zeitgleich für ihn ein Exportverbot galt, gehört zu den Geheimnissen der DDR.
Internet: www.melkus-sportwagen.de
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