| Kostbare Jugendstil-Textilien in der Villa Stuck |
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| Donnerstag, 11. März 2010 um 06:39 Uhr | ||
München (dpa/lby) - Dass auch Alltagsdinge wie Tischdecken oder Servietten Kunst sein können, beweist die Villa Stuck in München: Bis zum 30. Mai sind in der Ausstellung «Maß und Freiheit» mehr als 100 zum Teil noch nie gezeigte Textildesigns von Jugendstil-Ikonen wie Peter Behrens oder Joseph Maria Olbrich zu sehen. «Die Objekte entwickeln eine Vielfalt an Schönheit der Formen und Brillanz der Farben, sie verdienen es, als eigenständige Kunstwerke präsentiert zu werden», sagte Kuratorin Barbara Hardtwig am Mittwoch in München.
Mit der Ausstellung werde erstmals die bisher wenig beachtete Arbeit vieler Jugendstilkünstler als Textildesigner beleuchtet. Die Besonderheit dieser Produkte habe damals in der neuartigen Verbindung von Künstlerentwurf und industrieller Fertigung, von «Kunst und Maschine» gelegen.
Ob mit Schwänen und Pfauen verzierte Tafeltücher, samtene Diwanüberwürfe oder geometrisch gemusterte Damastservietten - die von 1896 bis 1914 hergestellten Kostbarkeiten seien vor hundert Jahren zum Objekt der Begierde fortschrittsfreudiger und einigermaßen wohlhabender Frauen geworden, sagte Hardtwig. Das sei auch so gewollt gewesen: Durch die massenhafte Herstellung von Gebrauchsgütern nach Künstlerentwürfen sollten besonders die Frauen zu Stilsicherheit und Kultur überhaupt erzogen werden.
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