| Schimanski und «Superman»: «Helden»-Schau in Hattingen Von Helge Toben, dpa |
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| Donnerstag, 11. März 2010 um 06:39 Uhr | ||
Hattingen (dpa/lnw) - Und irgendwann fragt sich der Besucher: Wer sind eigentlich meine Helden? Warum habe ich als Kind gern «Superman»-Comics gelesen und geweint, als Winnetou starb? Warum finde ich Schimanski immer noch klasse? Und warum bekomme ich beim Anblick der dreckigen Taschenlampe eines New Yorker Polizisten, der bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center 2001 ums Leben kam, eine Gänsehaut?
«Helden - Von der Sehnsucht nach dem Besonderen» hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) seine zweite große Ausstellung zum Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 betitelt. Im Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen, einem ehemaligen Stahlwerk, wird sie an diesem Freitag eröffnet. Sie endet am 31. Oktober. Bereits vor 14 Tagen startete in Herne die LWL- Mittelalterschau «Aufruhr 1225!».
Gezeigt werden in Hattingen insgesamt rund 850 Gegenstände von der Antike bis in die Gegenwart. Darunter sind eine 2300 Jahre alte Nuckelflasche mit einem Bild des antiken Helden Herakles, die Silberbüchse Winnetous, eine Filmjacke von Tatort-Kommissar Schimanski oder eine Spezialleiter von Greenpeace, um Absperrzäune von Atomkraftwerken zu überwinden. Auch Helden des Ruhrgebiets sind vertreten wie etwa der Fußballer Helmut Rahn mit dem Fußballschuh, mit dem er 1954 Deutschland bei der Fußball-WM zum Sieg schoss.
Der New Yorker Polizist und Sicherheitsexperte James Francis Lynch hatte nach einer Schulteroperation am 11. September 2001 eigentlich frei. Doch als er von den Anschlägen auf das World Trade Center hörte, fuhr er sofort zum Unglücksort, um zu helfen. Knapp drei Monate später wurden seine Überreste aus den Trümmern des Südturms geborgen. Seine Taschenlampe mit seiner Dienstnummer hatte er noch in Hand. Auch die Schirmmütze, die er bei seinem Tod trug, ist in der Ausstellung zu sehen. Gezeigt werden überdies ein Stahlträger des World Trade Center sowie der Helm eines ebenfalls getöteten Feuerwehrmannes. Sie zählen zu den bewegendsten Exponaten der Helden- Schau.
Sporthelden, Nationalhelden, Helden der Arbeiterbewegung, «Helden der Arbeit» oder von Medien gemachte Helden der Gegenwart wie ein Sieger der Castingshow «Das Supertalent»: Der ehrgeizige Ritt, den die aufwendige Ausstellung vor allem durch die Heldenverehrung in den vergangenen 200 Jahren macht, gelingt. Kritisch setzt sich die Schau dabei mit dem Thema Kriegshelden auseinander, etwa indem ein nachgebautes Kriegsgräberfeld die Kulisse für Kriegsorden bildet. Heldendarstellungen auf Plakaten werden Fotos verwundeter Soldaten oder eine Beinprothese gegenübergestellt. Auch die aktuelle Diskussion etwa um die neue Tapferkeitsmedaille der Bundeswehr wird aufgenommen.
«Die wesentlichen Heldentypen sind bereits in der Antike und im Mittelalter entwickelt worden», sagt Chefkurator Dietmar Osses. Beispiel Herakles, der bei den Römern Herkules hieß: Beim Rundgang empfängt eine 3,20 Meter hohe Herkules-Statue nach einem Vorbild aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert die Besucher. Eine Sichtachse erlaubt einen Blick auf eine lebensgroße Superhelden- Comicfigur der Neuzeit: Supermann.
A propos: Auch die schwachen Seiten mancher Helden werden nicht verschwiegen wie etwa die spektakuläre Niederlage jenes Comic-Helden 1978: In einer Spezialausgabe muss «der Stählerne» gegen einen anderen Held in den Ring steigen. Er verliert - gegen Muhammad Ali. Anschließend retten beide gemeinsam die Welt.
Homepage Ausstellung: www.helden-ausstellung.de [Ausstellungsort]: Werksstr. 31, Hattingen dpa tob yynwe a3 rs
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