| MELKUS. Die ideale Linie. Autodesign aus Dresden |
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| Donnerstag, 11. März 2010 um 06:00 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kunstgewerbemuseum zeigt Ausstellung zum Automobildesign in der Kunsthalle im Lipsiusbau
Dem Phänomen des Automobildesigns widmet sich ab heute eine bisher einmalige Ausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit der MELKUS Sportwagen GmbH Dresden. „Automobilbau wurde immer von Karosserieschmieden geprägt, die Traumautos in Kleinserien bauen. In der DDR war solcher Individualismus nicht vorgesehen. Gerade deshalb ist der MELKUS RS1000 mehr als jedes andere Auto der Inbegriff für Automobildesign der 60er Jahre. Er hat die Wegmarken einer ganzen Autogeneration zusammengefasst“, so der Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dr. Peter Plaßmeyer heute aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung: Melkus. Die ideale Linie. Autodesign aus Dresden. in der Kunsthalle im Lipsiusbau. Wenn 40 Jahre später die wesentlichen Designelemente des RS1000 für den RS2000 wieder aufgegriffen würden, finde dieser Impuls der ausgehenden 60er Jahre eine späte Fortsetzung. „Mit dieser Ausstellung wollen wir unter anderem der Frage nachgehen, wie Zeichnungen und Entwürfe die Handschrift des Automobildesigners spiegeln und ob sich diese individuelle Handschrift auch in Designentwürfen findet, die am Computer entstanden sind “, erklärte Dr. Peter Plaßmeyer.
In Dresden waren seit Mitte der 50er Jahre Formel III Rennwagen konstruiert worden. Erfinder und Konstrukteur: Heinz Melkus, der berühmteste Rennfahrer der DDR.
Als letzter Formel III Rennwagen wurde 1964 die „Zigarre“ gebaut, die zwöf Jahre lang erfolgreich mit Wartburg- und Lada-Motoren fuhr. Von ihr wurden 92 Exemplare gebaut. Ende der 60er Jahre wurde mit dem MELKUS RS1000 ein Sportwagen entwickelt, für den Ford GT 40, Ferrari Dino, Lamborghini Miura und Mercedes 300 SL Pate gestanden hatten. Der RS1000 war der einzige Sportwagen, der in der DDR produziert wurde. Peter Melkus, Sohn von Heinz Melkus und heute Technischer Leiter der Melkus Sportwagen GmbH: „ Mein Vater erfüllte sich mit dem MELKUS RS1000 den Traum eines straßenzugelassenen MELKUS Sportwagens, den man auch für Rennzwecke einsetzen konnte“. Bis 1979 entstanden 101 Exemplare des legendären Flügeltürers. Zwischen 2006 und 2008 war eine auf 20 Autos limitierte Neuauflage dieses Klassikers in Dresden produziert worden.
Auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt zeigte die Melkus Sportwagen GmbH im vergangenen Jahr 2009 ihren neuen Rennsportwagen, den MELKUS RS2000. Seit 2010 wird der RS2000 in Serie gebaut. Er greift wesentliche Designelemente des RS1000 wieder auf: die markanten Radhäuser, das geschwungene Heck und die Flügeltüren. „Der RS2000 ist das Auto, von dem ich schon mit 10 Jahren geträumt habe. Als andere Jungs mit Matchbox-Autos spielten, habe ich angefangen meine eigenen Traumautos aus Gips zu bauen“, so der Enkel von Heinz Melkus und Geschäftsführer der Melkus Sportwagen GmbH, Sepp Melkus.
„Diese Ausstellung zum Automobildesign ist der Einstieg in die Diskussion um die Weiterentwicklung des Kunstgewerbemuseums“, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Martin Roth, am Rande der Ausstellungseröffnung. „Wir brauchen ein Forum, das sich auch der zeitgenössischen Produktgestaltung zuwendet. Dazu muss zunächst die Frage beantwortet werden, wer in Sachsen nach 1989 Entwürfe von Alltagsprodukten, von Mode und Architektur gesammelt hat. Die Ausstellung soll Inspiration sein und gleichzeitig die Frage nach der Kompetenz des Kunstgewerbemuseums als Forum für zeitgenössische Produktgestaltung aufwerfen.“
Die Ausstellung in der Kunsthalle im Lipsiusbau ist bis zum 16. Mai 2010 zu sehen. Gezeigt wird unter anderem die legendäre Melkus „Zigarre“. Neben dem RS1600 – dem letzten Fahrzeug der limitierten Neuauflage „Heinz Melkus“ von 2008 - wird auch die Entwicklung des neuen RS2000 zu sehen sein. Gezeigt werden außerdem ein Gipsmodell des RS1000 von Ulli und Peter Melkus aus dem Jahr 1967 sowie bisher unveröffentlichte Fotos und Zeichnungen aus dem Familienarchiv. Die Entwürfe zeigen die Auseinandersetzung der Designer mit berühmten Sportwagen der 60er Jahre. Unter den Zeichnungen befinden sich auch Entwürfe zu einer Coupé-Version des Wartburg 353, die wahrscheinlich 1969 entstanden. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus eine Präsentation aus historischen Filmaufnahmen (Thomas Hundt und Björn Kantereit; jangles nerves/Stuttgart) aus dem Firmenarchiv.
Eine Chronik zur Firmen- und Familiengeschichte finden Sie in der Anlage.
Rennfahrer der Familie Melkus
Heinz Melkus (1928 - 2005) 1950 – 1977 nahm er an über 200 Rennen teil. Neben seinen sechs DDR-Meisterschaften errang er drei Mal den „Pokal für Frieden und Freundschaft“ (sog. Osteuropameisterschaft).
Ulli Melkus (1950 - 1990) Von 1968 bis zu seinem tödlichen Verkehrsunfall im Jahr 1990 fuhr er über 180 Rennen. Fünf Mal wurde er Meister und neun Mal Vizemeister der DDR und gewann fünf Mal den „Pokal für Frieden und Freundschaft“. 1984 erhielt er die höchste sportliche Auszeichnung der DDR „Meister des Sports“.
Peter Melkus (geb. 1954) Seit seinem 14. Lebensjahr ist er im Rennsport aktiv, gewann ein Mal den DDR-Meistertitel und nimmt bis heute an internationalen Meisterschaften teil. Seine Tätigkeit als Team-Chef im Formel - Rennsport begann 1991 mit der Gründung des Melkus Tourenwagen Teams.
Ronny Melkus (geb. 1974), Sohn von Ulli Melkus Seine Karriere begann 1985 im Kartsport. Nach vielen regionalen Kart-Titeln stieg er 1991 in den Formelsport ein. Seither zählt er zu den erfolgreichsten Motorsportlern aus den neuen Bundesländern. Er bestreitet internationale Meisterschaften in der Formel III, der Deutschen Tourenwagen-Challenge und im Porsche Carrera Cup.
Sepp Melkus (geb. 1983), Sohn von Peter Melkus Nach Teilnahmen an internationalen Kart-Meisterschaften fährt er ab seinem |
























































