| Künstlerin von Blasphemie-Vorwurf freigesprochen |
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| Donnerstag, 11. März 2010 um 20:47 Uhr | ||
Warschau (dpa) - Die polnische Skandal-Künstlerin Dorota Nieznalska hat nach Überzeugung eines Danziger Gerichts mit ihrer umstrittenen Kunstinstallation «Die Passion» keine religiösen Gefühle verletzt. Das Bezirksgericht in Danzig sprach die 37-jährige Bildhauerin am Donnerstag vom Vorwurf der Blasphemie (Gotteslästerung) frei. Die Medien hätten die Aussage des Kunstwerkes entstellt, hieß es zur Begründung. Die Kläger, die die künstlerische Arbeit nur aus Fernsehberichten kannten, hätten nur ein «selektives» Wissen darüber erworben. Das Urteil ist rechtskräftig.
Nieznalska hatte 2001 in einer Danziger Galerie eine Installation gezeigt, die unter anderem aus einem Metallkreuz bestand, an dem ein Foto des männlichen Geschlechtsteils angebracht war. Auch ein Video mit einem jungen Mann beim Muskeltraining gehörte zum Konzept. Sie wolle damit die Macho-Kultur kritisieren, sagte sie in einem Interview. Einige Abgeordnete der katholisch-nationalistischen Partei Liga Polnischer Familien (LPR) erstatteten Strafanzeige, nachdem sie einen Fernsehbericht über Nieznalskas Ausstellung gesehen hatten.
In erster Instanz hatte ein Gericht die Künstlerin zu sechs Monaten gemeinnützlicher Arbeit und einer Geldstrafe verurteilt. Später wurde das Urteil aufgehoben, die Staatsanwaltschaft legte allerdings eine Berufung ein. Künstler und Kunstgalerien waren in den vergangenen Jahren immer wieder von der Kirche nahstehenden Politikern unter Druck gesetzt worden.
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