| Ausstellung zur DDR-Künstlerszene in Ostberlin |
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| Samstag, 13. März 2010 um 18:44 Uhr | ||
Jena (dpa/th) - Das Jenaer Stadtmuseum zeigt in einer neuen Ausstellung die Künstlerszene Ostberlins zum Ende der DDR als schillernden Mikrokosmos. Unter dem Titel «Poesie des Untergrunds» stellt es seit Freitag 38 Künstler mit Bildern, Zeichnungen, Fotografien und persönlichen Zeugnissen vor. Viele Exponate sind bis zum 23. Mai erstmals zu sehen, teilte Kunstsammlungs-Leiter Erik Stephan vor Eröffnung mit. Charakteristisch für die Literaten- und Künstlerszene zwischen 1979 bis 1989 um den Prenzlauer Berg sei der Einfallsreichtum der Künstler. Anders als die Autoren und Künstler vor ihnen, seien sie kaum mehr an sozialistischen Verhältnissen interessiert gewesen.
Viele warteten auf die Übersiedlung in den Westen oder richteten sich in einer Parallelwelt ein. Sie nutzten die Freiräume der verfallenden DDR. Dichter, bildende Künstler, Fotografen, Bands und Zeitschriftenmacher argeiteten oftmals eng zusammen. In Wohnungen, auf Dachböden und Hinterhöfen gab es Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und Modeschauen.
Diese eigenständige Kultur fand ihren Niederschlag in grafischen Zeitschriften und Künstlerbüchern, die allesamt in Selbstverlagen erschienen oder per Hand gefertigt wurden. Einige der Protagonisten wie der Dichter, Sänger, Publizist Sascha Anderson waren landesweit bekannt und vernetzt. Anderson, so wurde später bekannt, arbeitete als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Prenzlauer Berg Museum und der Kurt-Tucholsky-Gedenkstätte Rheinsberg.
Internet: www.museen.jena.de
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