|
Als erste Ausstellung des Themenjahrs „250 Jahre Thüringer Porzellan“ eröffnet das Schlossmuseum Gotha am 27. März 2010 die Präsentation „Ganz schrecklich viele Tassen“ – Gothaer Porzellan des 19. Jahrhunderts, die im Westflügel von Schloss Friedenstein gezeigt wird. Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung sind die Vertreter der Medien herzlich zu einer Presseführung am Donnerstag, 25. März 2010, um 14 Uhr, eingeladen. Bernd Schäfer, Direktor des Schlossmuseums Gotha, und Ausstellungskuratorin Ute Däberitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Schlossmuseums, stehen für Ihre Fragen bereit.

Tasse und Unterschale mit Phallusdarstellungen, um 1800-1804
© Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
Das Schlossmuseum Gotha verfügt über bemerkenswerte Sammlungen von Böttgersteinzeug, Gothaer und Meissener Porzellanen, denen im Porzellanjahr 2010 besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Den Auftakt bildet die bemerkenswerte Präsentation Gothaer Porzellans im historischen Appartement Herzog Augusts von Sachsen-Gotha-Altenburg im Westflügel von Schloss Friedenstein. Im Herbst folgt eine Ausstellung zum Meissener Porzellan, Bestandskataloge zum Böttgersteinzeug und zum Meissner Porzellan werden 2010 ebenfalls erscheinen.
Im Jahr 1757 gründete der Hofbeamte Wilhelm von Rotberg (1718-1795) in Gotha die erste Porzellanmanufaktur Thüringens. Ab Mitte der 1770er Jahre produzierte das vergleichsweise kleine Unternehmen äußerst qualitätsvolle Porzellane, die erfolgreich mit den Produkten der großen Manufakturen wie Meissen oder KPM Berlin konkurrieren konnten und weit über die Grenzen des Herzogtums Sachsen-Gotha hinaus reißenden Absatz fanden. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha besitzt mit mehr als 1000 Stücken die umfangreichste museale Sammlung Gothaer Porzellane, deren Spitzenstücke des 19. Jahrhunderts – erstmals in einer repräsentativen Sonderausstellung vereint – nun präsentiert werden.

Teile eines Services mit römischen Ansichten nach G.B. Piranesi, um 1820
© Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
Leihgaben aus weiteren Museums- wie Privatsammlungen, Graphik und Vorlagenwerke sowie wichtige Archivalien ergänzen die Sonderschau. Die Ausstellung wird den Zeitraum vom Erwerb der Gothaer Manufaktur durch Erbprinz August von Sachsen-Gotha-Altenburg 1802 bis zum Verkauf seitens der Familie Henneberg 1883 umfassen. Besondere Schwerpunkte werden dabei die „zweite Blütezeit“ der Manufaktur in den 20er und 30er Jahren, Auftragsarbeiten für das Gothaer Herzogshaus und die Beteiligung an der ersten Weltausstellung in London (1851) bilden.
|