| Germanisches Nationalmuseum verbindet Werke und Epochen |
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| Dienstag, 16. März 2010 um 21:29 Uhr | ||
Nürnberg (dpa/lby) - Das Germanische Nationalmuseum verbindet in seiner neuen Dauerausstellung Werke und Epochen: Die Exponate von der Renaissance über den Barock bis zur Aufklärung sind in Nürnberg nun in ihrem zeitgeschichtlichen Zusammenhang zu sehen. «Wir wollen die Werke in ihren kulturhistorischen Kontext zurückbringen», sagte Projektleiter Daniel Hess am Dienstag. Auch die behandelten Epochen würden nicht als in sich geschlossene Einheiten betrachtet: «Es gibt Übergänge, fließende Übergänge», betonte Hess. Diese «Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen» solle sich auch in der Ausstellung widerspiegeln.
Das Germanische Nationalmuseum hat in den vergangenen sechs Jahren seine Sammlung völlig neu gestaltet; 5,5 Millionen Euro verschlang der Umbau. Von diesem Sonntag an können Besucher etwa 1000 Bilder, Skulpturen, Gläser, Möbel, Textilien oder Schmuckstücke gattungsübergreifend für sich entdecken. Etwa zwei Drittel der Exponate aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert führten bislang ein Schattendasein. «Sie sehen eine ganze Reihe von Dingen, die nicht nur ein paar Jahre im Depot waren, sondern die keiner mehr kennt, weil sie über zwei bis drei Generationen nicht mehr zu sehen waren», berichtete der Leiter der Skulpturensammlung, Frank Matthias Kammel.
Alle Exponate wurden aufwendig restauriert und wissenschaftlich untersucht. «Es ist ein wichtiger Teil unseres Konzepts, dass die Dinge nicht nur schön sind, sondern dass wir jetzt auch viel mehr über sie wissen», erläuterte Hess. So seien überraschende Fakten ans Tageslicht gekommen: Bei einem Bildnis Martin Luthers etwa stellte sich heraus, dass es später entstand als angenommen - und zwar erst nach Luthers Tod. Auch die Entstehung des Trienter Rosenkranzaltars - ein erstmals in Gänze zu sehendes Prunkstück der Sammlung - wurde um 70 Jahre nach hinten datiert. Zwei Putten auf dem Giebel hatten den entscheidenden Hinweis gegeben - sie kamen erst im 17. Jahrhundert in Mode.
Auf dem Gebiet der Forschung sei das Museum eindeutig an der Spitze, sagte Generaldirektor Ulrich Großmann. Sein 1852 gegründetes Haus beherbergt die größte kulturhistorische Sammlung im deutschen Sprachraum. Zu den Attraktionen gehören der erste Globus der Welt von Martin Behaim, ein Selbstbildnis Rembrandts und die Charakterköpfe Franz Xaver Messerschmidts.
Natürlich fehlt auch der berühmteste Sohn Nürnbergs nicht: Albrecht Dürer. «Dürer ist hier nicht nur als Maler zu sehen», verdeutlichte Hess das neue Konzept. Der universale Renaissance- Künstler werde nicht nur als Schöpfer der berühmten Kaiserbilder, sondern auch als Entwerfer von Skulpturen, Kunsthandwerk und Glasmalerei sowie als Kunsthistoriker präsentiert. Zudem werden die Themen Verlust, Nachahmung und Ersatz von Dürer-Werken aufgegriffen.
Internet: www.gnm.de
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