| «Body & Soul»: Menschenbilder aus vier Jahrtausenden |
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| Donnerstag, 18. März 2010 um 19:45 Uhr | ||
Hamburg (dpa) - Von der buddhistischen Gottheit bis zum mittelalterlichen Christuskind, von Adam und Eva aus Elfenbein bis zur ägyptischen Statue der Göttin Isis: Unter dem Motto «Body & Soul» zeigt das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe von Sonntag an bis zum 19. September Menschenbilder aus vier Jahrtausenden. «Mit dieser Ausstellung feiern wir den Reichtum des Museums», sagte Direktorin Prof. Sabine Schulze am Donnerstag. In Zukunft soll es in den restaurierten Räumen im Ostflügel Sonderausstellungen aus allen Abteilungen zu einem bestimmten Thema geben. Nach einjähriger Bauzeit erstrahlen auch das Foyer und das Treppenhaus in neuem Glanz.
Mehr als 100 Exponate aus den Abteilungen Antike, China, Japan, Islam, Grafik, Fotografie, Mode und Möbeldesign verlassen für die Ausstellung ihren Platz in der kunsthistorischen Chronologie und fügen sich zu einem thematischen Parcours rund um das Bild des Menschen. «Der Fokus liegt dabei auf den Themen, die die Menschen in allen Epochen und in allen Kulturen bewegt haben», sagte Schulze, die die Ausstellung auch kuratiert hat. Die Schau auf 300 Quadratmetern ist in sieben Themenbereiche gegliedert: Geburt, Leidenschaft, Schönheit, Spiel, Kampf, Individualität, Verehrung und Tod. Dabei stehen sich zum Teil sehr unterschiedliche Exponate gegenüber.
Das Motiv der fürsorglichen Mutter mit einem Kind im Arm findet sich in nahezu allen Kulturen und Zeiten. Schon im alten Ägypten symbolisierte die stillende Göttin Isis mit dem Knaben auf ihrem Arm den familiären Schutz. Diese Ikonographie nimmt bereits Darstellungen der Maria mit Jesuskind vorweg. Im Kapitel Leidenschaft sind Fächer von Oskar Kokoschka (1913) zu sehen, die die Leidenschaft des Künstlers für Alma Mahler versinnbildlichen. Sie stehen neben japanischen erotischen Holzschnitten und zeitgenössischen Fotografien von jungen Japanerinnen in Bondage-Fesseln. Zum Thema Schönheit stehen Skulpturen von molligen chinesischen Hofdamen neben einem Silberketten-Kleid des Modeschöpfers Paco Rabanne.
Nach dem einjährigen Umbau wurden Teile des 1877 im Stil der Neorenaissance erbauten Gebäudes wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. «Wir haben die abgehängten Decken entfernt, neue Fußböden verlegt und ein neues Lichtkonzept entwickelt», sagte Schulze. Finanziert hat diese umfangreichen Restaurierungen die Hermann Reemtsma Stiftung mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. Neben dem Foyer und dem Treppenhaus, dessen Rekonstruktion die Stiftung Denkmalpflege übernommen hat, gibt es auch einen neuen Museumsshop.
Internet: www.mkg-hamburg.de
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