| Thomas Mann Novelle als Mahnung vor dem Faschismus |
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| Donnerstag, 18. März 2010 um 19:45 Uhr | ||
Lübeck (dpa/lno) - Thomas Manns Erzählung «Mario und der Zauberer» steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Lübecker Buddenbrookhaus, die am Freitag eröffnet wird. In der 1930 erschienenen Novelle schildert Mann die Reiseerlebnisse einer Familie im faschistischen Italien, die auch als Mahnung vor dem Nationalsozialismus in Deutschland gelesen werden konnten. Der Autor zeigt darin, wie leicht Einzelne und die Masse sich verführen lassen.
«Die Erinnerung an Torre di Venere ist atmosphärisch unangenehm» - mit diesen Worten beginnt die Novelle, der das Buddenbrookhaus 80 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung eine Sonderausstellung widmet. In sieben Stationen erläutert die Ausstellung die verschiedenen Lesarten des Textes, den Mann als «vollendetes kleines Meisterwerk» bezeichnet hat. Philosophie und Psychologie, Ethik und Politik spielen ebenso eine Rolle wie das Italienbild Thomas Manns und die Problematik des Künstlers, die ihn beschäftigt hat. Die Ausstellungsstücke reichen vom Manuskript Thomas Manns bis zum Film Klaus Maria Brandauers von 1994, von privaten Briefen des Schriftstellers über historische Fotografien und politische Reden bis zum Ballett von Luchino Visconti aus dem Jahr 1956. Die Ausstellung ist vom 19. März bis zum 20.Juni im Buddenbrookhaus zu sehen und soll 2011 auch in Rom gezeigt werden.
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