| Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit technischen Innovationen auf der Expo in Shanghai |
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| Donnerstag, 18. März 2010 um 19:41 Uhr | ||
„Technische Innovationen eröffnen ganz neue Möglichkeiten für zukünftige Museumspräsentationen. Museen werden damit weitaus mehr und weitaus jüngeren Menschen zugänglich gemacht“, so Prof. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Dies sei eine einzigartige Chance, gerade wenn es um Vermittlung und kulturelle Bildung gehe.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden werden sich mit zwei technischen Innovationen auf der Expo in Shanghai präsentieren. Im Pavillon „Spuren urbaner Entwicklung“ (Pavilion of Urban Footprint), der Stadtentwicklung im interkulturellen Vergleich thematisiert, wird sich ein Bereich speziell der Entwicklung von Wissenschaft und Technik zuwenden. Innerhalb dieses Bereiches dokumentiert das Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf 200 Quadratmetern das Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft. Mittels hochaufgelöster, computerbearbeiteter Hyper-Reproduktionen werden Wände und Objekte aus dem Grünen Gewölbe nachvollzogen. „Dazu wurde ein spezielles fototechnisches Verfahren entwickelt bei dem die ‚Filetstücke‘ aus hunderten digitaler Bilder am Computer zusammengesetzt werden“, so Jörg Schöner, Fotograf und Professor für Architekturfotografie an der Technischen Universität Dresden. „Mittels dieser hochauflösenden Technik ist es möglich, Kleines groß und sichtbar zu
machen. Damit haben die Betrachter die Möglichkeit Dinge zu sehen, die in Museen aufgrund der Ausstellungssituation und ihrer minimalen Größe verborgen bleiben.“ In Shanghai werden auf diese Art Teile des Silbervergoldeten Zimmers, des Pretiosensaals und des Juwelenzimmers des Grünen Gewölbes in Originalgröße dargestellt. Portale und Säulen werden nachempfunden.
Mehr als 1200 Einzeldateien allein vom Hofstaat des Großmoguls hat Schöner in einem komplizierten Verfahren zusammengerechnet. Auf einem knapp 10 Meter großen Foto wird in Shanghai nun jedes Detail in etwa achtfacher Vergrößerung zu sehen sein. „Auf diese Weise können die Besucher den Hofstaat praktisch körperlich erleben, in das Kunstwerk hineingehen. Damit werden nicht nur der Phantasie der Besucher ganz besondere Spielräume geschaffen, Restauratoren, Konservatoren und Wissenschaftler erhalten so jede Menge Zusatzinformationen“, sagte der Direktor des Grünen Gewölbes Prof. Dirk Syndram.
Prunkkanne in Schiffsform
Vor den fotografierten Wänden werden in Shanghai 25 Kunstwerke des Neuen und des Historischen Grünen Gewölbes in Vitrinen ausgestellt. Darunter ein Emailgemälde Augusts des Starken von Charles Boit, Triton und Nereide als Trinkgefäße von Elias Geyer und ein Automat mit dem Heiligen Georg von Joachim Fries. Zusätzlich entsteht eine Animation des Historischen Grünen Gewölbes als App (mobile Application). Besucher der Ausstellung können sich diese Anwendung auf ihr iPhone, iPod touch oder iPad laden und über einen Klick in den Grundriss von Raum zu Raum gehen.
Hofstaat des Großmogul
Darüber hinaus werden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Youth Innovation Center auf der Expo vertreten sein. Auf Initiative der Expo wurde der virtuelle Auftritt der Gemäldegalerie Alte Meister im Second Life unter die besten „100 innovations for a better world“ gewählt. Das sind Innovationen, die das Leben der jungen Generation beeinflussen werden. Second life wird sich als eine von fünf deutschen Innovationen im Youth Innovation Center präsentieren. „Das virtuelle Museum ist ein Museum ohne Barrieren. Jedes Kunstwerk kann aus allernächster Nähe betrachtet, jeder Raum besucht werden. Unser Ziel ist es, damit vor allem jugendliche Besucher neugierig zu machen, die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden auch im Real Life zu besuchen“, so der Konservator für italienische Malerei der Gemäldegalerie Alte Meister und Initiator dieses Projekts, Dr. Andreas Henning. |


























































